20 Mai 2022

Ukraine: Breite kantonale Unterst├╝tzung auf verschiedensten Gebieten

Zurzeit sind 6600 Gefl├╝chtete aus der Ukraine im Kanton Bern gemeldet. Davon ist die Mehrheit privat untergebracht (4676 Personen). In einer Kollektivunterkunft wohnen derzeit 1220 Menschen aus der Ukraine. Der Zustrom von Gefl├╝chteten in die Schweiz hat etwas nachgelassen. Da der Kanton Bern anf├Ąnglich fast 20 Prozent mehr Personen aufgenommen hat als nach dem interkantonalen Verteilschl├╝ssel n├Âtig, findet nun ein Ausgleich statt. ┬źOhne die grosse Unterst├╝tzung der Gastfamilien w├Ąre es nicht gelungen, die Gefl├╝chteten so gut unterzubringen┬╗, betont Pierre Alain Schnegg, Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektor, und dankt der bernischen Bev├Âlkerung. ┬źAuch wenn einige Gastfamilien bis jetzt noch keine Gefl├╝chteten aus der Ukraine aufnehmen konnten, ist es wichtig, die Angebote weiterhin zur Verf├╝gung zu haben, da die Lageentwicklung unvorhersehbar bleibt┬╗, erg├Ąnzt Pierre Alain Schnegg.

Gefl├╝chtete aus der Ukraine k├Ânnen mit dem Schutzausweis S in der Schweiz arbeiten. ┬źIm Kanton Bern stehen die Angebote der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) den Stellensuchenden aus der Ukraine offen, wenn sie arbeitsmarktf├Ąhig sind┬╗, sagt Wirtschaftsdirektor Christoph Ammann. ┬źArbeitsmarktf├Ąhig heisst beispielsweise ├╝ber die n├Âtigen Sprachkenntnisse zu verf├╝gen.┬╗ Bei den RAV haben sich bisher 138 Personen angemeldet, 8 Personen konnte eine Stelle vermittelt werden. Alle Personen, die arbeiten, ben├Âtigen eine Bewilligung des Amts f├╝r Wirtschaft des Kantons Bern (AWI). Das betrifft auch jene, die unkompliziert ├╝ber ihr Umfeld eine Besch├Ąftigung finden. Bisher hat das AWI 204 Bewilligungen ausgestellt. Die meisten Stellensuchenden haben eine Besch├Ąftigung in saisonal ausgerichteten Bereichen wie Landwirtschaft oder Gastronomie gefunden. ┬źEin Grund daf├╝r k├Ânnte die Unsicherheit sein, wie es nach einem Jahr Schutzstatus S weitergehen wird┬╗, so Ammann. Die Unsicherheit halte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber vermutlich davon ab, in die Aus- und Weiterbildung der Fl├╝chtlinge zu investieren.

Bis jetzt sind rund 1700 ukrainische Kinder und Jugendliche an den Schulen im Kanton Bern integriert worden. Die neu geschaffenen 63 Willkommensklassen und 33 Intensivkurse Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erm├Âglichen ihnen, nach der Flucht ein St├╝ck Normalit├Ąt zur├╝ckzugewinnen und ihre Bildung fortzusetzen.

Im Kanton Bern leben auch minderj├Ąhrige Gefl├╝chtete aus der Ukraine, die sich nicht in Begleitung ihrer leiblichen Eltern hier aufhalten. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbeh├Ârde (KESB) hat Kenntnis von 205 solchen Minderj├Ąhrigen. Sie sind auf besondere Unterst├╝tzung angewiesen.

Der Kanton Bern rechnet weiterhin mit einem Anstieg der Zahlen an Gefl├╝chteten und bereitet sich darauf vor, bis Ende Jahr zwischen 20 000 bis 30 000 Personen aufzunehmen. Die Arbeiten f├╝r die tempor├Ąre Unterkunft Viererfeld in der Stadt Bern gehen z├╝gig voran. Die Bauarbeiten werden in den n├Ąchsten Wochen abgeschlossen, anschliessend werden die mobilen Wohneinheiten schrittweise bezugsbereit gemacht. In der Tempor├Ąren Unterkunft Viererfeld (TUV) sollen bis zu 1 000 Personen wohnen k├Ânnen. Die Kosten f├╝r den Bau wurden auf rund 10 Millionen Franken veranschlagt, wobei ein Teil der Investitionen nach einem R├╝ckbau wieder zur├╝ckfliesst. Die Betriebskosten k├Ânnen momentan noch nicht abgesch├Ątzt werden, da diese in direktem Zusammenhang mit der Belegung und der Dauer der Verf├╝gbarkeit stehen. Insgesamt werden im Kanton Bern 8 000 Pl├Ątze in kollektiven Unterk├╝nften vorbereitet.

(text:pd/bild:beo)