24 April 2024

Trotz Kritik: AktionÀr:innen heissen UBS-Chef Ermottis Lohn gut

Die AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re der Grossbank UBS haben am Mittwoch an der Generalversammlung in Basel in einer Konsultativabstimmung dem VergĂŒtungsbericht 2023 mit klarer Mehrheit zugestimmt. Vor allem der hohe Lohn von CEO Sergio Ermotti fĂŒhrte allerdings zu zahlreichen kritischen Voten. Aber auch Fragen zu Umwelt- und Klimafragen nahmen grossen Raum ein.

Der Antrag des Verwaltungsrats, den VergĂŒtungsbericht 2023 in einer Konsultativabstimmung zu bestĂ€tigen, wurde von den UBS-AktionĂ€ren mit 83,5 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Noch offen waren zunĂ€chst weitere VergĂŒtungstraktanden, die im Verlauf der Veranstaltung folgen sollten.

Vom hohen Lohn von CEO Sergio Ermotti, der fĂŒr seine neunmonatige Amtszeit insgesamt VergĂŒtungen von 14,4 Millionen Franken einstreicht, zeigten sich viele AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re befremdet. „Die Lohn- und Boni-Exzesse gehen munter weiter“, so ein KleinaktionĂ€r. Der Vertreter der AktionĂ€rsvereinigung Actares warf dem Verwaltungsrat vor, mit einer solchen Entlöhnung einen Reputations- und Vertrauensverlust in Kauf zu nehmen.

Der Vertreter der AktionĂ€rsvereinigung Ethos verwies zudem auch auf die Anpassung der Messgrössen fĂŒr die Erreichung der Boni-Ziele. Laut Medienberichten der vergangenen Wochen könnte die GesamtvergĂŒtung 2023 von CEO Ermotti wegen dieser Anpassungen unter UmstĂ€nden gar auf bis zu 20,5 Millionen Franken ansteigen. Die UBS mĂŒsse kĂŒnftig klar kommunizieren, wie hoch die Boni fĂŒr GeschĂ€ftsleitung ausfallen wĂŒrden, so der Ethos-Vertreter.

VR-PrĂ€sident Colm Kelleher verteidigte die Entlöhnung des CEO dagegen. Der Verwaltungsrat anerkenne damit die „hervorragende Leistung“ des CEO. „Sergio Ermotti hat die wohl schwierigste Aufgabe in der Finanzbranche weltweit“, lobte der PrĂ€sident.

In einer Konsultativabstimmung hiessen die AktionÀre auch den Nachhaltigkeitsbericht der Bank mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 93,4 Prozent gut. VerwaltungsratsprÀsident Kelleher verwies in seinen Voten auf die seines Erachtens ambitionierten Nachhaltigkeitsziele der Bank.

Die Klima- und Nachhaltigkeitspolitik der Grossbank stand im Mittelpunkt vieler Voten. Zwar habe sich die UBS zu einem Netto-Null-Ziel verpflichtet, unterstĂŒtze aber gleichzeitig Unternehmen, deren GeschĂ€ftsmodelle nicht mit diesen Zielen vereinbar seien, kritisierte etwa ein Vertreter der Umweltorganisation Greenpeace, die auch vor dem Versammlungsort auf sich aufmerksam machte. Eine Aktivistin aus den Philippinen etwa warf der Bank vor, zur Umweltverschmutzung in ihrem Land beizutragen.

Die AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re genehmigten zudem den Lagerbericht sowie die Konzern- und die Jahresrechnung der UBS Gruppe mit 99,2 Prozent und die DividendenausschĂŒttung mit 99,4 Prozent Ja-Stimmen.

Anwesend an der Generalversammlung in der St. Jakobshalle in Basel waren laut den Angaben insgesamt 1538 AktionÀrinnen und AktionÀre sowie die unabhÀngige Stimmrechtsvertreterin. Insgesamt vertraten diese 77,99 Prozent aller stimmberechtigten Aktien respektive 1,95 Milliarden Aktienstimmen. Von diesen wurden allerdings 1,94 Milliarden durch die unabhÀngige Stimmrechtsvertreterin reprÀsentiert.

(text:sda/bild:keystone)