7 November 2023

UBS fällt wegen CS-Integration in die roten Zahlen

Die Integration der fr√ľheren Konkurrentin Credit Suisse hat der UBS im dritten Quartal rote Zahlen beschert. Die Grossbank vermeldet allerdings auch eine Stabilisierung im CS-Gesch√§ft und hohe Kosteneinsparungen – nicht zuletzt dank dem Abbau von mehr als 4000 Stellen im Quartal.

Unter dem Strich schrieb die UBS im Zeitraum von Juli bis September einen Verlust von 785 Millionen US-Dollar, wie sie am Dienstag mitteilte. Erstmals ist die UBS die im Juni offiziell √ľbernommene Credit Suisse √ľber ein volles Quartal mitgerechnet.

Bereinigt um die Kosten der Integration wies die Grossbank allerdings einen Vorsteuergewinn von 844 Millionen Dollar aus. Damit √ľbertraf sie die eigenen Vorgaben: Sie hatte im Vorfeld f√ľr das dritte Quartal noch lediglich ein ausgeglichenes bereinigtes Vorsteuerergebnis in Aussicht gestellt.

Vergleichbar mit dem Vorquartal sind die Zahlen kaum: Im zweiten Quartal 2023 hatte die UBS noch einen massiven Gewinn von knapp 29 Milliarden Dollar vermeldet. Sie profitierte dabei von einem hohen Buchgewinn, weil die Bewertung der von der CS √ľbernommenen Verm√∂genswerte sehr deutlich √ľber dem Kaufpreis lag.

Mit der Integration kommt die UBS offenbar schnell voran: Sie bezifferte die im Berichtsquartal erreichten jährlichen Bruttoeinsparungen auf 3 Milliarden Dollar, womit sie ihr bis Jahresende gesteckte Ziel bereits erreicht hat. Bis Ende 2026 will die UBS die jährlichen Kosten um mehr als 10 Milliarden Dollar senken.

Zu den Kosteneinsparungen trug auch der Abbau von Personal bei. Mit den im dritten Quartal abgebauten 4000 Stellen belaufe sich der Abbau seit Anfang Jahr nun auf rund 13’000 Stellen – darin eingeschlossen seien auch externe Arbeitskr√§fte oder Berater, hiess es. Auf Basis von Vollzeitstellen wies die UBS per Ende September nun 115’981 Arbeitspl√§tze aus nach 119’100 Vollzeitstellen per Ende Juni 2023.

Angesichts der anhaltenden Unruhe um den Personalabbau, die sich in den vergangenen Monaten in anhaltenden Meldungen √ľber Abg√§nge von F√ľhrungspersonen und von ganzen Teams widerspiegelte, zeigte sich Ermotti gelassen. „Ich bin √ľberzeugt, dass wir gute Leute halten und auch anziehen k√∂nnen“, sagte er an einer Medienkonferenz. Nat√ľrlich seien aber auch Leute abgegangen, welche die UBS gerne behalten h√§tte, r√§umt er ein.

Auch die Abg√§nge von Verm√∂gensverwaltern oder ganzen Verm√∂gensverwaltungsteams der fr√ľheren CS im In- und Ausland scheinen den UBS-CEO nicht zu beunruhigen. Es habe sich gezeigt, dass die abgehenden Berater „Schwierigkeiten“ h√§tten, die von ihnen bei der UBS verwalteten Kundenverm√∂gen zum neuen Arbeitgeber mitzunehmen.

Im wichtigen Verm√∂gensverwaltungsgesch√§ft konnte die UBS im dritten Quartal einen Nettoneugeldzufluss von 22 Milliarden Dollar vermelden. Insgesamt verwaltete die fusionierte Bank Ende September √ľber alle Divisionen hinweg Kundenverm√∂gen in H√∂he von 5,37 Billionen Dollar nach 5,53 Billionen per Ende Juni, wobei der R√ľckgang auf die Entwicklung an den M√§rkten zur√ľckzuf√ľhren sein d√ľrfte.

Auch in der CS-Verm√∂gensverwaltung sei es wieder zu Nettozufl√ľssen gekommen, betonten die UBS-Verantwortlichen. Es habe sich um das erste positive Quartal seit dem ersten Quartal 2022 gehandelt.

Zudem konnte die UBS im Monat September wieder Zufl√ľsse von Kundeneinlagen von rund 33 Milliarden Dollar in der Verm√∂gensverwaltung und im Schweizer Gesch√§ft verzeichnen – davon stammten 22 Milliarden von CS-Kunden. Die UBS hatte Ende August die Entscheidung zur Integration der Gesch√§fte von UBS Schweiz und CS Schweiz verk√ľndet.

Weitere Fortschritte machte die UBS bei der Abwicklung der abzustossenden CS-Bereiche. Die risikogewichtete Aktiven (RWA) in der Abwicklungseinheit („Non-Core and Legacy“, NCL) sanken im dritten Quartal um 6 Milliarden auf 47 Milliarden Dollar. Manche Positionen seien vorzeitig zu vorteilhaften Konditionen aufgel√∂st worden, so die Bank.

An der B√∂rse wurden die UBS-Zahlen am Dienstag positiv aufgenommen. Gegen 14 Uhr notierten die Titel um 2,7 Prozent im Plus bei 22,46 Franken. In ersten Kommentaren lobten die Analysten die schnellen Fortschritte nach der CS-√úbernahme. Allerdings stehe das Management noch vor einer „gewaltigen Aufgabe“, hiess es.

(text:sda/bild:keystone)