2 Februar 2026

Trevor Noah moderiert Grammys mit Seitenhieben auf Trump

Der südafrikanische Comedian Trevor Noah (41) hat bei seiner sechsten und letzten Moderation der Grammy-Verleihung mehrfach US-Präsident Donald Trump kritisiert.

In den USA gebe es ein neues Trinkspiel, witzelte Noah bei der Gala in Los Angeles. „Jedes Mal, wenn man die Nachrichten anschaltet, trinkt man.“ Zudem sei „Anxiety“ (auf Deutsch etwa „Sorge“) – ein Song der Rapperin Doechii – nun die neue Nationalhymne des Landes.

Die Rapperin Nicki Minaj sei nicht bei der Veranstaltung, sagte Noah weiter. Sie sei im Weissen Haus und unterhalte sich mit dem US-Präsidenten über „wirklich wichtige Dinge“ – zum Beispiel darüber, wer den grösseren Hintern habe. Minaj hatte sich zuletzt als grosser Trump-Fan präsentiert.

Im Verlauf der Gala legte Noah nach. „Wenn die Dinge hier weiter schlechter werden, kann ich dann zu dir nach Puerto Rico kommen und da leben?“, fragte er den Musiker Bad Bunny. „Ich brauche einen Plan B.“ Bad Bunny informierte ihn dann allerdings darüber, dass Puerto Rico zu den USA gehört.

Später erklärte Noah, warum diese sechste Moderation der Gala auch seine letzte sei. „Ich glaube an Amtszeitbegrenzungen. Ich möchte ein Beispiel setzen für jeden, der die Show anschaut.“

US-Präsident Trump ist einerseits dafür bekannt, viel Fernsehen zu schauen – und hat immer mal wieder angedeutet, dass er sich auch vorstellen könnte, über seine Amtszeitbegrenzung hinaus Präsident zu bleiben.

Nach der Verleihung des Grammys für den besten Song an die Sängerin Billie EIlish sagte Noah, das sei eine Auszeichnung, die jeder wolle – „genau so sehr wie Trump Grönland will. Epsteins Insel ist weg. Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen“. Im Anschluss machte Noah dann auch gleich deutlich, warum er sich all die scharfen Seitenhiebe trauen könne. „Ich habe euch gesagt, es ist mein letztes Mal. Was wollt ihr machen?“

Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach mit der Annexion der Arktis-Insel Grönland gedroht, die zum dänischen Königreich gehört.

Der Multimillionär Jeffrey Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 starb Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können. Der Finanzier hatte eine Insel in der Karibik – und beste Kontakte in die High Society, unter anderem zum früheren US-Präsident Clinton und zu Trump.

Die Grammys, die zu den begehrtesten Musikpreisen der Welt gehören, werden in diesem Jahr zum 68. Mal verliehen. Rund 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger.

(text:sda/bild:unsplash)