20 Juli 2022

Mountainbike-Masterplan f├╝r die Jungfrau-Region

Die Firma Bikeplan hat im Auftrag von Jungfrau Region Tourismus und Interlaken Tourismus den Masterplan Mountainbike f├╝r das ├Âstliche Berner Oberland ausgearbeitet. Die Tourismus-Organisationen haben hierf├╝r im Rahmen eines NRP-Projekts (Neue Regionalpolitik) Unterst├╝tzung durch den Bund und das Amt f├╝r Wirtschaft des Kantons Bern, sowie durch die Regionalkonferenz Oberland-Ost erhalten.

Im Zuge der im Oktober 2020 begonnen Arbeiten haben Gemeinden, betroffene kantonale ├ämter, Akteure aus dem Tourismus und aus der lokalen Bike-Szene (Fachh├Ąndler, Interessengruppen, Mountainbikerinnen und -biker etc.) am partizipativen Verfahren teilgenommen. In vier Workshops konnten gemeinsam die Grundlagen f├╝r den Masterplan Mountainbike Jungfrau Region und Interlaken erarbeitet werden.

Eine erste Auslegeordnung der aktuellen Situation hat wenig ├╝berraschend klar aufgezeigt, dass es an attraktiven Mountainbike-Routen mangelt. Offizielle Routen f├╝hren grossmehrheitlich ├╝ber Asphalt und Kiesstrassen, inoffizielle gibt es, wom├Âglich deshalb, zuhauf. Bei Letzteren sind weder die Haftung noch der Unterhalt geregelt. Statt einen sch├Ânen Bike-Trail gibt es leider auch mal unfahrbare Hindernisse oder andere unliebsame ├ťberraschungen.

Die fehlende Lenkung ├╝ber offizielle Routen f├╝hrt zudem zu Konflikten mit anderen Wegnutzenden, der Land- und Forstwirtschaft und nicht zuletzt mit dem Naturschutz. Das liegt mitunter an der fehlenden gemeinsamen Strategie, sprich an der oftmals fehlenden Zusammenarbeit zwischen den Akteuren und den Beh├Ârden.

Dabei sind die Grundvoraussetzungen unbestritten gut. So sind zahlreiche Bike-Profis teilweise seit Jahren erfolgreich aktiv: Fahrradgesch├Ąfte, Technik-Kurse, Spezialisten im Trailbau und viele weitere Anbieter versprechen ein umfassendes Bike-Erlebnis. Das bestehende Wegnetz ist vielerorts attraktiv und k├Ânnte mit gezielten, sanften baulichen Massnahmen in Koexistenz genutzt oder gezielt entflechtet werden. Insbesondere in stark touristischen Gebieten ist die Netzdichte hoch und damit auch das Potential zur Lenkung ├╝ber attraktive Angebote f├╝r alle Segmente.

Das wirtschaftliche Potential ist unbestritten. Bikeplan sch├Ątzt den Umsatz pro Jahr auf insgesamt fast 5 Mio. Franken. Davon k├Ânnten 3,6 Mio. durch ├ťbernachtungsg├Ąste generiert werden. Nicht zuletzt ist das Bed├╝rfnis in der lokalen Bev├Âlkerung sp├╝rbar, wie private Initiativen zur F├Ârderung der Infrastruktur zeigen.

Auf Basis einer gemeinsamen Strategie sowie einer verst├Ąrkten Koordination unter den Beh├Ârden und Akteuren soll daher gezielt in neue marktgerechte Angebote investiert werden. Durch Austausch und Einbezug der verschiedenen Interessen sollen breit abgest├╝tzte L├Âsungen erarbeitet und implementiert werden. Das Ziel ist kurz- bis l├Ąngerfristig lokal und regional einen Mehrwert schaffen zu k├Ânnen. Als m├Âglicher L├Âsungsansatz wurde diesbez├╝glich die Schaffung einer Koordinationsstelle diskutiert, deren Arbeit auf dem vorliegenden Masterplan basieren soll.

(text:pd/bild:zvg)