17 MĂ€rz 2022

Tote und viele Verletzte bei Erdbeben in Fukushima

Bei dem starken Erdbeben im japanischen Fukushima sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und fast 200 weitere verletzt worden. Das berichtete der Fernsehsender NHK am Donnerstag. Eine zunĂ€chst ausgegebene Tsunami-Warnung wurde am frĂŒhen Morgen (Ortszeit) aufgehoben. In der Atomruine in Fukushima gab es nach Angaben der zustĂ€ndigen Aufsichtsbehörde keine UnregelmĂ€ssigkeiten. Auch der zwischenzeitliche Stromausfall in Millionen Haushalten wurde nach Angaben des Betreibers behoben.

In der Atomruine in Fukushima war infolge des Bebens in der Nacht zum Donnerstag Feueralarm ausgelöst worden. Einen Brand habe es aber nicht gegeben, versicherte die Atomaufsichtsbehörde. Ein ausgefallenes KĂŒhlsystem in einem Abklingbecken fĂŒr gebrauchte BrennstĂ€be des zweiten Atomkraftwerks Fukushima Daini zwölf Kilometer sĂŒdlich der Atomruine konnte wieder aktiviert werden.

Die schweren ErschĂŒtterungen hatten viele Menschen im Nordosten sowie weiteren Regionen des Inselreiches einschliesslich Tokios aus dem Schlaf gerissen. Im Ort Soma in der PrĂ€fektur Fukushima kam ein Mann in seinen 60ern ums Leben, wie örtliche Medien berichteten. Auch in der Nachbarprovinz Miyagi starben zwei Ă€ltere MĂ€nner, als sie in Folge des lang andauernden Bebens ohnmĂ€chtig wurden und stĂŒrzten.

Der japanische Fernsehsender NHK zeigte am Donnerstag Bilder von teils schwer beschĂ€digten HĂ€usern, Schreinen und aufgerissenen Strassen. In GeschĂ€ften fielen die Waren aus den Regalen, auch in WohnhĂ€usern und BĂŒros stĂŒrzten Einrichtungen um. „Ich habe zwei starke ErschĂŒtterungen gespĂŒrt und sah, wie geparkte Autos auf und ab hĂŒpften, weil der Boden bebte“, sagte ein Wachmann im Rathaus von Soma der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Aus dem KĂŒstenort wurden viele Verletzte gemeldet. Auch in weit entfernten Regionen des Landes wie der Tokioter NachbarprĂ€fektur Kanagawa sowie in den PrĂ€fekturen Ibaraki, Akita und Yamagata im Norden gab es Verletzte.

Durch das Beben entgleiste auch ein Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug – die rund 100 Passagiere an Bord des Shinkansen blieben laut Medienberichten jedoch unverletzt. Am Donnerstag war zunĂ€chst nicht abzusehen, wie lange die Instandsetzungsarbeiten an der Bahnstrecke dauern wĂŒrden.

Die starken und ungewöhnlich lang andauernden ErschĂŒtterungen waren auch in anderen Teilen des asiatischen Inselreiches wie dem 250 Kilometer entfernten Grossraum Tokio zu spĂŒren gewesen. In mehr als 2,2 Millionen Haushalten des Landes fiel zwischenzeitlich der Strom aus, allein in Tokio waren rund 700 000 betroffen.

Das Beben hatte Japan am Mittwoch um 23.36 Uhr Ortszeit erschĂŒttert. Das Zentrum lag in rund 57 Kilometern Tiefe vor der KĂŒste Fukushimas. Die Meteorologische Behörde gab die StĂ€rke zunĂ€chst mit 7,3 an, korrigierte sie spĂ€ter jedoch auf 7,4 nach oben. Die Behörde hatte auch sofort vor bis zu einem Meter hohen Tsunami-Wellen gewarnt. Doch wurde die Warnung am frĂŒhen Donnerstagmorgen (Ortszeit) wieder aufgehoben, nachdem an der PazifikkĂŒste nur relativ kleine Flutwellen von etwa 20 bis 30 Zentimetern Höhe registriert worden waren.

Eine Tsunami-Katastrophe wie vor fast genau elf Jahren, als rund 20 000 Menschen ums Leben kamen und es im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zum Super-GAU kam, blieb den Bewohnern diesmal erspart.

(text:sda/bild:unsplash – symbolbild)