Thuner FDP ohne Mitte-Fraktion
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(03:06)
Es war ein kleines politisches Erdbeben vor der Stadtratssitzung am Donnerstag: Die drei Mitte-Stadtratsmitglieder verlassen die gemeinsame Fraktion mit der FDP und wechseln geschlossen in die GLP/EVP/EDU-Fraktion. Es dürfte eine Weichenstellung für die Wahlen im Herbst sein – der noch am Donnerstag zurückgetretene Mitte-Stadtrat Alois Studerus machte daraus jedenfalls im Interview mit Radio BeO keinen Hehl. Mit einem Bündnis mit FDP und SVP wäre es unwahrscheinlich, dass die Mitte ihren verlorenen Gemeinderatssitz zurückerobern könnte.
Auch in der neuen Fraktion überwiegen solche Überlegungen, wie Fraktionspräsident Jonas Baumann (EVP) bestätigt. Mit der aktuellen Zusammensetzung des Gemeinderats sei rund ein Drittel der Thuner Wähler*innenschaft nicht vertreten. Offen sei für ihn persönlich noch, ob die Mitte sich auch inhaltlich mehr auf die Mitte zubewegt, aktuell mache sie oft eher bürgerliche Politik.
Die ehemalige Fraktionspartnerin, der FDP wurde vor vollendete Tatsachen gestellt, so FDP-Stadtrat Mark van Wijk. Bitter auch: Die FDP hat alleine keine Fraktionsstärke, ihre drei Stadtratsmitglieder sind deshalb aktuell fraktionslos. Van Wijk gibt sich aber entspannt. Ein Zusammengehen mit der SVP-Fraktion oder den Parteilosen sei aktuell kein Thema. Er lässt auch durchblicken, dass er auf die Nachfolge des zurückgetretenen Studerus‘ hofft: Vielleicht komme da eine Person, welche der FDP wieder zur Fraktionsstärke verhelfe.
(text:csc/bild:beo-archiv/jae)