1 Dezember 2021

Thun will aus „Regionalem Kompetenzzentrum Spiez“ austreten

Der Thuner Gemeinderat beantragt dem Stadtrat, per 31. Dezember 2023 aus dem Gemeindeverband des Regionalen Kompetenzzentrums (RKZ) Spiez auszutreten. Gründe dafür sind das schlechte Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Stadt Thun und der Reformbedarf des RKZ. Die Stadt Thun verschliesst sich jedoch einer späteren regionalen Zusammenarbeit nicht.

Der Gemeindeverband Regionales Kompetenzzentrum (RKZ) Spiez betreibt im Auftrag der Verbandsgemeinden in Spiez das gleichnamige Ausbildungszentrum für Angehörige des Zivilschutzes und der Feuerwehr. Die Stadt Thun ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des Gemeindeverbandes und lässt die Zivilschutzangehörigen der ZSO Thun plus im Zentrum ausbilden. In den letzten 20 Jahren hat sich der Zivilschutz stark verändert. Gesellschaftliche Veränderungen, ein Rückgang der Bestände, andere Erwartungen und Einsatzarten, rechtliche Anpassungen, neues Material, die Digitalisierung und der Kostendruck werden zu weiteren Anpassungen im Zivilschutz führen. Es besteht daher auch Reformbedarf im RKZ.

Die Entwicklung der letzten Jahre wirkte sich für die Stadt Thun als einwohnerstärkste Verbandsgemeinde zunehmend negativ auf die Kosten aus. Ein Ausbildungstag pro Person kostet die Stadt Thun heute 600 Franken. Im Vergleich mit marktüblichen Kosten von 250 Franken pro Ausbildungstag sind diese Kosten zu hoch. Die Wirtschaftlichkeit ist nicht mehr gegeben.

Der Vorstand des Gemeindeverbandes Regionales Kompetenzzentrum Spiez hat von den Austrittsabsichten der Stadt Thun Kenntnis genommen und schreibt in einer Stellungnahme folgendes:

„Anlässlich der oben ausserordentlichen Abgeordnetenversammlung vom 27.10.2021 hat der Vorstand den Abgeordneten ebenfalls aufgezeigt, dass die Kosten pro Ausbildungstag im Zivilschutz nicht wie von der Stadt Thun angegeben CHF 600.- betragen, sondern lediglich rund CHF 300.- pro Ausbildungstag. Ein Teil des von der Stadt Thun zu tragenden Aufwandüberschusses ist im Produktbereich der Feuerwehrausbildung entstanden und somit nicht der Zivilschutzrechnung zu belasten bzw. in der Kalkulation der Kosten pro Diensttag zu berücksichtigen.

Die angestrebte Entwicklungsstrategie des RKZ Spiez wird darauf ausgerichtet sein, optimal auf die veränderten Bedürfnisse und Anforderungen in der Ausbildung von Schutzdienstpflichten und Feuerwehrangehörigen reagieren zu können und dabei gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Ausbildungsangebotes zu optimieren. Die zukünftigen Ausbildungsangebote sollen wo immer möglich kostendeckend und dennoch zu marktüblichen Preisen angeboten werden können, so dass der von den Trägergemeinden zu deckende Aufwandüberschuss gegenüber der heutigen Situation wesentlich reduziert werden kann.

Der Vorstand und die Zentrumsleitung des RKZ Spiez bedauern den beabsichtigten Austritt der Stadt Thun aus dem Gemeindeverband und werden diesen bei der weiteren Ausarbeitung der Entwicklungsstrategie berücksichtigen.“

 

(text:pd,hk/bild:archiv)