3 November 2021

Thun: Stadt will neue Velo-Vorrangroute realisieren

Die Stadt Thun will die General-Wille- und die Burgerstrasse sanieren. Im Rahmen des Projektes soll insbesondere die Infrastruktur f├╝r den Velo- und Fussverkehr ausgebaut werden. Am 18. November befindet der Stadtrat ├╝ber den Verpflichtungskredit f├╝r die Erarbeitung des Bauprojekts.

Rund 14’000 Fahrzeuge verkehren durchschnittlich jeden Tag auf der Achse General-Wille- und Burgerstrasse. Seit der Inbetriebnahme des Bypasses Thun Nord hat die tangentiale Verkehrsachse weiter an Bedeutung gewonnen. Sie dient zudem der Verkehrsentlastung der Wohnquartiere. Um die Strassen f├╝r das das hohe Verkehrsaufkommen zu ert├╝chtigen und Sicherheitsdefizite zu beheben, muss die Stadt Thun die Strasse sanieren. Vor allem die Infrastruktur f├╝r den Velo- und Fussverkehr soll gem├Ąss dem st├Ądtischen Gesamtverkehrskonzept ausgebaut werden. Der kantonale Sachplan Velo sieht im Bereich der General-Wille-Strasse und der Burgerstrasse eine Velo-Vorrangroute vor. Die Stadt Thun hat diesen Aspekt in die Planung f├╝r den Ausbau des Langsamverkehrs einbezogen. Zudem ist vorgesehen, die neue tangentiale Buslinie Steffisburg ÔÇô Thun S├╝dwest ├╝ber diese Achse zu f├╝hren.

Nach der Genehmigung des entsprechenden Kredits durch den Stadtrat im Mai 2020 wurde f├╝r das Vorhaben ein Betriebs- und Gestaltungskonzept ausgearbeitet. Ein Hauptfokus galt dabei der k├╝nftigen Velof├╝hrung. Im Fr├╝hling 2021 f├╝hrte die Stadt eine breit abgest├╝tzte Vernehmlassung bei 15 Organisationen durch, wobei auch die relevanten kantonalen Fachstellen und die haupts├Ąchlich betroffene Grundeigent├╝merschaft einbezogen war. Diese best├Ątigten das F├╝hrungskonzept des (Velo-)Verkehrs und auch das Projekt grossmehrheitlich.

Um den Vorgaben f├╝r eine Velovorrangroute zu entsprechen, ist zwischen der Allmend- und der Weststrasse ein separater, durchgehender, zwei Kilometer langer Radweg in beide Richtungen vorgesehen. Er soll westlich der General-Wille- und der Burgerstrasse erstellt werden. Dieser ┬źZweirichtungsradweg landschaftsseitig┬╗ resultierte als Bestvariante aus dem umfassenden Variantenstudium. Von zentraler Bedeutung ist dabei auch die Anbindung an das Siedlungsgebiet und an die bestehende Veloinfrastruktur. Im Bereich der General-Wille-Strasse wird der Radweg teilweise in Hochlage gef├╝hrt. Die bestehenden Alleen bleiben erhalten. Daher bedingt das Projekt den Erwerb von (Kultur-)Land.

Die bestehenden Alleen stehen weiterhin ausschliesslich f├╝r den Fussverkehr zur Verf├╝gung. Im Strassenabschnitt zwischen L├Ąnggasse und Weststrasse soll ein neues Trottoir auf der Siedlungsseite erstellt werden und das k├╝nftige Siegenthalergut erschliessen. Die Strassen├╝berg├Ąnge werden teilweise neu angeordnet und insbesondere sicherer gestaltet.

Neben der STI-Linie 6 soll k├╝nftig auf der Burgerstrasse auch die tangentiale Buslinie Steffisburg ÔÇô ESP Thun Nord ÔÇô Thun S├╝dwest verkehren. Der Start des entsprechenden Pilotbetriebs ist f├╝r den Fahrplanwechsel 2024/25 geplant. F├╝r diese neue Buslinie sind auf dem Strassenzug General-Wille-Strasse und Burgerstrasse je drei Bushaltestellen pro Fahrseite vorgesehen.

Im Rahmen des Projekts will die Stadt die 30- resp. 50-j├Ąhrigen Strassen den heutigen Anforderungen anpassen, insbesondere was die Verkehrssicherheit betrifft. Im Fokus liegt auch der Kreisel L├Ąnggasse ÔÇô Allmendingen-Allee ÔÇô Burgerstrasse, der zu den unfalltr├Ąchtigsten Kreiseln z├Ąhlt. Aufgrund des Variantenstudiums und der R├╝ckmeldungen aus der Vernehmlassung will die Stadt ihn durch einen gr├Âsseren und normenkonformen Kreisel ersetzen. Das Projekt sieht dabei keine Verbreiterung der Strasse f├╝r den mobilen Individualverkehr (MIV) vor.

Die Strassenentw├Ąsserung wird den gesetzlichen Bestimmungen angepasst.

Die Kostensch├Ątzung f├╝r die Bauprojektierung, die Umweltvertr├Ąglichkeitspr├╝fung und das Baubewilligungsverfahren bel├Ąuft sich auf 530ÔÇś000 Franken, wobei der Gemeinderat die Kosten f├╝r den baulichen Unterhalt in eigener Kompetenz bereits genehmigte. Der Stadtrat befindet am 18. November 2021 ├╝ber den Investitionsanteil von 160’000 Franken. Die entsprechende Erarbeitung des Bauprojekts (inklusive StrassenUeO und Umweltvertr├Ąglichkeitspr├╝fung) soll 2022 erfolgen. Bei einem verz├Âgerungsfreien Ablauf liegt fr├╝hestens Mitte 2023 eine Baubewilligung vor, und die Stadt k├Ânnte die Realisierung in Angriff nehmen.

(text:pd/bild:beo)