11 Januar 2023

Thun soll eine Anlaufstelle f├╝r Diskriminierungen erhalten

Der Thuner Gemeinderat soll die Umsetzung einer Melde- und Anlaufstelle f├╝r Diskriminierungen jeglicher Art pr├╝fen. Das fordert ein ├╝berparteiliches Postulat im Stadtrat. Mit-Postulant Jonas Baumann (EVP) erkl├Ąrt, dabei sei einerseits Diskriminierung im engeren Sinne gemeint, etwa gegen LGBTQ und aufgrund der Herkunft, Hautfarbe, k├Ârperlichen und geistigen Beintr├Ąchtigungen oder Religionszugeh├Ârigkeit, aber auch im weiteren Sinne, beispielsweise wenn die Warnsignale einer Ampel nicht mehr funktionieren w├╝rden und deshalb Blinde die Strasse dort nicht mehr queren k├Ânnten. All das soll der Stadt gemeldet werden k├Ânnen, sind die Postulantinnen und Postulanten ├╝berzeugt, und zwar zentralisiert.

Der Gemeinderat wiederum sieht keinen Handlungsbedarf. Er habe bei der Kantonspolizei nachegfragt: In den letzten f├╝nf Jahren sei es in Thun zu keinen Vorf├Ąllen gekommen, bei denen Diskriminierung im Vordergrund stand, schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort. Ausserdem weise das Vorhaben ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verh├Ąltnis auf.

Baumann zeigt sich mit der Argumentation der Stadtregierung unzufrieden. Einerseits schreibe der Gemeinderat, es g├Ąbe kaum Diskriminierungen, andererseits sehe er dann auch nicht, wieso eine solche Stelle hohe Kosten verursachen k├Ânnte, erkl├Ąrt Baumann gegen├╝ber Radio BeO. Eine zentrale Telefonnummer w├╝rde dazu ausreichen, ist Baumann ├╝berzeugt. Dort k├Ânnten diskriminierende Vorkommnisse gemeldet werden. Danach w├╝rde eine Fachperson zur├╝ckrufen.

Das letzte Wort hat der Thuner Stadtrat am 20. J├Ąnner.

(text:csc/bild:pixabay)