19 April 2026

Thun schlägt Basel klar und steht kurz vor dem Titel

Viel perfekter hätte der Rahmen für ein Fussballspiel kaum sein können, als an diesem Samstagabend in der Stockhorn Arena. Und eigentlich auch sonst überall in der Stadt, die schon bald den sensationellen Meistertitel feiern darf. Das sprichwörtliche ganze Volk hatte den sonnigen Nachmittag irgendwo am See oder in der Altstadt verbracht und strömte anschliessend in Scharen Richtung Stadion. Selbst die Velo-Parkplätze waren komplett überfüllt, es schien, als wären alle 10’014 Fans allesamt mit dem Rad angereist. Dort, bei leicht abgekühlten Temperaturen, sollte dann der heisse Tanz zwischen dem FC Thun und dem FC Basel steigen.

Volle Hütte, euphorische Stimmung, zwei laute Fankurven mit Choreo und zwei Mannschaften, die den Sieg unbedingt wollten. Alles war angerichtet. Das Spiel begann dann aber trotzdem etwas ruhiger, als man es aufgrund der Kulisse hätte erwarten können. Nach einem ersten Abtasten waren es die Thuner, die nach einer Hereingabe erstmals gefährlich vor Marvin Hitz im Basler Tor auftauchten. Christopher Ibayi verpasste das Zuspiel von Ethan Meichtry allerdings um eine Fusslänge.

Auch die nächste gute Gelegenheit gehörte den Berner Oberländern: In der 21. Minute setzte sich Elmin Rastoder im Strafraum stark durch, sein Abschluss kam jedoch zu zentral, und der Abpraller landete ebenfalls nicht bei einem Thuner.

In der 28. Minute zeigte der FC Thun dann ein Musterbeispiel für perfektes Konterspiel. Ballgewinn im eigenen Strafraum, vier schnelle Stationen nach vorne, und am Ende schoss Christopher Ibayi die Thuner verdient in Führung. Ein Treffer, der dem Spielverlauf absolut entsprach.

Nach einer Ecke bewarb sich Kastriot Imeri kurz darauf für das Tor des Jahres. Von der linken Strafraumkante schlenzte er den Ball unhaltbar über Marvin Hitz – leider nur an die Latte. Der FC Basel hing in den Seilen und fand in der ersten Halbzeit keinerlei Antwort. Im Gegenteil: Thun blieb über die gesamten 45 Minuten plus Nachspielzeit die klar bessere und gefährlichere Mannschaft.

Entsprechend verdient, wenn auch vielleicht etwas zu knapp, ging es mit einer 1:0‑Führung in die Pause.

Die zweite Hälfte begann mit einem echten Ausrufezeichen: einer Monstergrätsche von Michael Heule. Benie Traoré brachte den Ball scharf vors Tor, und Julien Duranville blieb am ausgestreckten Bein von Heule hängen. Es war die erste wirklich gefährliche Aktion des FC Basel.

Beide Teams kamen spürbar dynamischer aus der Pause. Einen Weitschuss von Leonardo Bertone konnte Marvin Hitz noch entschärfen. Gegen den Abschluss von Michael Heule in der 53. Minute, erneut nach einem schnellen Umschaltmoment, war er dann aber machtlos. Thun führte 2:0.

Diese Zweitoreführung hielt allerdings nur drei Minuten. Joker Duranville tankte sich gegen mehrere Thuner Verteidiger durch und schob abgeklärt zum Anschlusstreffer ein.

Doch auch dieser Treffer blieb nicht lange unbeantwortet. In der 64. Minute war es Elmin Rastoder, der nach perfektem Zuspiel von Heule zum 3:1 einschieben konnte. Die Zweitoreführung war damit wiederhergestellt.

Was danach folgte, war Souveränität in meisterlicher Manier. Basel fand überhaupt keinen Zugriff mehr, und der Thuner Sieg geriet zu keinem Zeitpunkt mehr in Gefahr.

Damit hat der FC Thun am kommenden Wochenende zu Hause gegen den FC Lugano den ersten Matchball. Mit einem Sieg wären die Oberländer vorzeitig Schweizer Meister. Radio BeO ist selbstverständlich live dabei.

(text:yes/bild:mho)