6 Juli 2021

Thun: Neues Coiffeur-Label soll Spreu vom Weizen trennen

Die Stadt Thun will die Arbeitsbedingungen im Coiffeurgewerbe verbessern und schafft ein QualitĂ€tslabel. CoiffeurgeschĂ€fte und Barbershops, die gewisse Kriterien erfĂŒllen, werden ab dem 1. Juli 2021 mit dem Label ausgezeichnet. Die Aktion ist im Rahmen eines Pilotversuchs vorerst auf zwei Jahre angesetzt. In Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Bern und der Arbeitsmarktkontrolle Bern fĂŒhrte das Polizeiinspektorat der Stadt Thun vor drei Jahren Kontrollen in Thuner Barbershops und CoiffeurgeschĂ€ften durch. Dabei zeigten sich diverse MĂ€ngel und Verstösse gegen die Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrages (GAV). Der Gemeinderat will einen Beitrag leisten fĂŒr bessere und faire Arbeitsbedingungen im Coiffeurgewerbe und lanciert deshalb im Rahmen eines Pilotversuchs per anfangs Juli ein QualitĂ€ts-Label fĂŒr Coiffeurbetriebe und Barbershops.

Wie alle anderen Gemeinden ist die Stadt Thun in bewilligungsfreien Branchen wie dem Coiffeurgewerbe im Wesentlichen fĂŒr die Fachgebiete der Preisbekanntgabevorschriften und der Ruhe und Ordnung verantwortlich. Die ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr die ĂŒbrigen Bereiche obliegen anderen Behördenstellen. Aufgrund dieser Ausgangslage kann das stĂ€dtische QualitĂ€ts-Label ausschliesslich aufgrund einer freiwillig ausgefĂŒllten Selbstdeklaration mit Einreichung von zusĂ€tzlichen Nachweisen vergeben werden. Einzelbetriebe und Betriebe mit Angestellten versichern mit ihrer Unterschrift unter anderem, die GAV-Bestimmungen einzuhalten, SozialversicherungsprĂ€mien korrekt abzurechnen und Einnahmen korrekt zu deklarieren und zu versteuern. Betriebe mit Angestellten bestĂ€tigen zudem, die Mindestlöhne einzuhalten und keine Mitarbeitenden illegal zu beschĂ€ftigen. Das Label macht keine Aussage zur fachlichen Qualifikation respektive zur AusfĂŒhrung des Handwerks in den Betrieben.

Das QualitĂ€ts-Label soll den Kundinnen und Kunden die nötige Transparenz in den erwĂ€hnten Bereichen bringen. Die ausgezeichneten Barbershops und Coiffeurbetriebe können sich so von der Konkurrenz abheben. Bis heute haben rund 55 Betriebe die Selbstdeklaration abgegeben und werden per 1. Juli mit dem Label ausgezeichnet. Sie erhalten von der Stadt einen entsprechenden Aufkleber, den sie fĂŒr die Kundschaft ersichtlich in ihrem Betrieb anbringen können. Die Label-Vergabe ist als Pilotversuch vorerst auf zwei Jahre beschrĂ€nkt. Danach wird die Stadt die Aktion auswerten und das weitere Vorgehen bestimmen.

(text:pd/bild:unsplash)