10 Juni 2021

Thun: Graffiti als professionelle Kunst am M├╝hleplatz

Die Fraktionen EVP, EDU und CVP haben den Gemeinderat beauftragt zu pr├╝fen, ob es in der Stadt Thun geeignete Orte f├╝r professionelle Kunst am Objekt gebe. Sei das bei Unterf├╝hrungen, bei Geb├Ąuden oder Br├╝cken. „Kunst am Objekt, Streetart usw. ist gelebte Kultur und hat ÔÇôwenn sie entsprechend professionell inszeniert ist, eine weitereichende (auch mediale) Ausstrahlung und sogar touristische Wirkung. Gerade in CoronaZeiten sind solche Projekte Seelenbalsam und f├╝r K├╝nstlerInnen ebenso bedeut-sam.Jugendliche in Thun haben uns auf die Idee des Vorstosses gebracht ÔÇôsie identifizieren sich wohl am St├Ąrksten mit diesen Kunstformen, was aber der Stadt Thun durchaus gut anstehen w├╝rde.“ So steht es im Postulat.

Und der Thuner Gemeinderat steht der Idee positiv gegen├╝ber. Zwar lehnt er Streetart bei Schulh├Ąusern oder Unterf├╝hrungen ab. Er erachtet diese aus diversen Gr├╝nden als ungeeignet. F├╝ndig wurde er jedoch beim aareseitig gelegenen Flussfenster (Betonwand) auf dem M├╝hleplatz. Dieser Ort findet er passend f├╝r ein Graffitiprojekt.

Die Wand ist im Eigentum der Stadt Thun und f├Ąllt in den Zust├Ąndigkeitsbereich des Tiefbauamtes. Mit einem professionellen Graffiti k├Ąme die Wand st├Ąrker zur Geltung und w├╝rde den Ort aufwerten. Das Pilotprojekt sieht vor, innerhalb von ca. sechs Jahren drei Wettbewerbe auf Einladung durchzuf├╝hren. Zu jedem Wettbewerb werden jeweils vier bis f├╝nf professionelle GraffitiK├╝nstlerinnen und K├╝nstler eingeladen, eine Projektskizze einzureichen. Das von einer Jury (bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern vonVerwaltung, Kunstschaffenden, Quartierorganisationen und Jugendlichen) ausgew├Ąhlte Siegerprojekt wird realisiert und bleibt tempor├Ąr, das heisst bis zum n├Ąchsten Wettbewerb, bestehen. Inhaltliche Eckwerte werden von der Jury definiert. Die Kosten belaufen sich pro Wettbewerb auf ca. 10’000 Franken. Darin enthalten sind die Honorare f├╝r die Projektskizzen, Pauschalenf├╝r die externen Jurymitglieder, Materialkosten und das Honorar f├╝r das Siegerprojekt. Die Finanzierung erfolgt ├╝ber die Kulturabteilung. Am Ende der Pilotphase wird das Projekt ausgewertet und entschieden, ob es weitergef├╝hrt werden soll oder sich allenfalls ein ├Ąhnliches Projekt an einem anderen Ort realisieren liesse. Sollte es w├Ąhrend der Pilotphase beim Flussfenster wider Erwarten Schwierigkeiten mit illegalen Sprayereien geben, beh├Ąlt sich der Gemeinderat vor, das Projekt vorzeitig abzubrechen.

Das Postulat kommt am 24. Juni noch vors Stadtparlament.

(text:pd&ch/bild:unsplash)