2 November 2026

Teilrevision Gefahrenkarte Kandersteg befindet sich auf der Zielgeraden

Um die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Naturgefahren-Szenarien am Spitzen Stei darzustellen, sind sogenannte Intensitätskarten entstanden. Die Entwürfe wurden kürzlich der Begleitgruppe präsentiert. Die Fachplaner fügen die Intensitätskarten nun zusammen und bereinigen sie, woraus sich die neue Gefahrenkarte ergibt. Bis Ende Jahr wird die Gefahrenbeurteilung abgeschlossen; für die Bevölkerung findet am 17. Dezember 2026 ein Informationsanlass statt.

In Kandersteg läuft zurzeit eine neue Gefahrenbeurteilung für die Naturereignisse, die vom Spitze Stei oberhalb der Gemeinde ausgehen. Eine breit abgestützte Begleitgruppe erhält regelmässig Einblick in den aktuellen Stand der Arbeiten und kann dabei Fragen und Unklarheiten direkt mit den von der Gemeinde beauftragten Fachplanern klären.

Im Laufe des Jahres haben die Fachplaner mit Tausenden von Modellläufen Abbrüche am Spitzen Stei und deren Auswirkungen simuliert. Daraus entstehen nun sogenannte Intensitätskarten. Sie stellen die Intensität und die Wahrscheinlichkeit für verschiedene Naturgefahren-Szenarien dar. Dabei wird unterschieden zwischen Primärprozessen (d.h. die direkten Sturz- und Rutschereignisse am Spitzen Stei), Sekundärprozessen (z. B. Murgänge im Öschibach aufgrund der Ablagerungen eines Rutsches) und Tertiärprozessen (Hochwasser am Öschibach und an der Kander mit Berücksichtigung der vorherigen Ereignisse).

Die Entwürfe dieser Intensitätskarten wurden kürzlich der Begleitgruppe präsentiert. Die Tendenz aus den ersten Zwischenergebnissen vom Sommer 2026 hat sich dabei verfestigt. Demnach zeigt sich im Vergleich zu den Beurteilungen von 2020–2022 ein leicht positiveres Bild bei den Wahrscheinlichkeiten von Sturz- und Murgangprozessen. Die Gefährdung, die von den Tertiärprozessen ausgeht, bleibt in der gleichen Grössenordnung wie bei der damaligen Beurteilung.

Diese Entwürfe sind aber weiterhin mit Vorsicht zu interpretieren. Die drei Ebenen der Primär-, Sekundär- und Tertiärprozesse werden nun zusammengefügt, und die Karten werden durch die Fachplaner gemäss vorgegebenen Kriterien bereinigt. Dabei können sich noch Veränderungen ergeben. Im Dezember 2026 wird die Gefahrenbeurteilung abgeschlossen.

Das Resultat aus diesem rund zweijährigen Prozess ist eine neue Gefahrenkarte, die am 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Ziel ist es, die Gefahrenkarte innert der nächsten zwei Jahre in den kommunalen Zonenplan von Kandersteg zu überführen. Parallel dazu werden weitere Schutzmassnahmen geprüft. Zudem wird ein Risikodialog gestartet. Dort werden alle betroffenen Anspruchsgruppen einbezogen, um die anzustrebende Sicherheit in Kandersteg zu bestimmen.

(text:pd/bild:beo)