Tausende demonstrieren in der Deutschschweiz für Klimaschutz
Nach dem historischen Hitzesommer 2026 sind am Freitag in mehreren Deutschschweizer Städten tausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Strasse gegangen. Sie forderten zudem bessere und wirksamere Massnahmen für Hitzeschutz.
Zu den Demonstrationen aufgerufen hatte die Koalition „Keine 50-Grad-Sommer“, der sich über 170 Organisationen aus Umwelt-, Sozial-, Gesundheits- und Gewerkschaftskreisen sowie linksgrüne Parteien angeschlossen haben, darunter Klima-Allianz, Klimastreik, Greenpeace, Pro Velo, VCS und Uniterre.
Die Demonstrantinnen und Demonstranten aller Altersgruppen auf dem Bundesplatz in Bern forderten die sofortige Umsetzung wirksamer Hitze- und Klimaschutzmassnahmen. Die Klimakrise müsse auf politischer, finanzieller, sozialer und wirtschaftlicher Ebene mit höchster Dringlichkeit behandelt werden, forderte eine Rednerin der Organisation Klimastreik.
Viele trugen selbstgemachte Transparente mit sich. Nach Redebeiträgen auf dem fast vollen Bundesplatz standen eine Velodemo und eine Diskussionsrunde auf dem Programm.
Rund 1500 Menschen schlossen sich nach einer Schätzung der Kantonspolizei Basel-Stadt in Basel den landesweiten Klima-Demonstrationen an. Die bewilligte Kundgebung sei friedlich verlaufen.
In Zürich waren nach Angaben eines Fotografen von Keystone-SDA rund 7000 Menschen. Sie versammelten sich beim Landesmuseum neben dem Hauptbahnhof. Der Demonstrationszug führte durch die Innenstadt zum Helvetiaplatz. Aufgrund des Umzugs kam es im Feierabendverkehr zu Verkehrseinschränkungen.
In der Stadt Luzern kamen auf dem Theaterplatz nach Schätzungen eines Reporters der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mehrere Hundert Menschen zusammen. In Bellinzona waren es gemäss einer Schätzung rund 150 Personen.
Die Klimakrise verschwinde nicht mit dem Ende des Sommers, schrieben die Organisatorinnen und Organisatoren in ihrem Kundgebungsaufruf. Die Klimakrise müsse auf politischer, finanzieller, sozialer und wirtschaftlicher Ebene mit höchster Dringlichkeit behandelt werden.
Die Kundgebungsteilnehmenden forderten, dass alle Leben geschützt werden müssten, insbesondere die verletzlichsten. Zudem müsse das Wirtschaftssystem grundlegend verändert werden, um die Treibhausemissionen „drastisch zu reduzieren“. Weltweit seien bereits heute Gebiete nahezu unbewohnbar. „Wir weigern uns, diese lebensfeindliche Welt und bedrohlichen Zukunftsperspektiven hinzunehmen“, schreibt die Koalition.
Nach ihren Angaben gingen am Freitag insgesamt 17’000 Menschen in der gesamten Deutschschweiz und im Tessin auf die Strasse. Insgesamt fanden in zehn Städten Demonstrationen statt, darunter Chur, Baden, Thun und Biel. In der Westschweiz fanden letzte Woche bereits Demonstrationen statt. Auch dort nahmen Tausende teil.
Die Allianz will an die vor einigen Jahren gut besuchten Klimastreik-Kundgebungen anknüpfen. Diese entstanden nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. In Bern gingen Ende September 2019 rund 60’000 Menschen auf die Strasse. Aus den wenige Wochen später stattfindenden Eidgenössischen Wahlen gingen die Grünen als grosse Sieger hervor.
Doch mit der Pandemie und zunehmenden geopolitischen Spannungen in der Welt, verschoben sich die Prioritäten in der politischen Agenda wieder.
(text:sda/bild: