Tabak- und Nikotintestkäufe 2025 im Kanton Bern: Massnahmen zeigen Wirkung
Die Tabak-Testkäufe vom Blauen Kreuz im Jahr 2025 zeigen: Seit der Einführung des neuen Tabakproduktegesetzes sind die Verkaufszahlen gesunken. Jedoch werden immer noch in jedem fünften Fall Tabak- und Nikotinprodukte an minderjährige Personen verkauft, fast genauso oft erfolgt ein Verkauf ohne jegliche Altersüberprüfung.
Das Blaue Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg führt jedes Jahr Alkohol- und Tabaktestkäufe im Auftrag der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) des Kantons Bern und der Gemeinden durch. Minderjährige Testkäuferinnen und Testkäufer versuchen dabei, Tabak- und Nikotinprodukte zu kaufen. Die Tests laufen systematisch ab, es ist auch immer eine erwachsene Begleitperson in der Nähe. Getestet wurden im vergangenen Jahr primär der Detailhandel.
Im vergangenen Jahr fanden 109 Testkäufe von Tabak- und Nikotinprodukten statt. In 22 Fällen kam es zu einem widerrechtlichen Verkauf an Minderjährige, was einem Anteil von 20.2% entspricht. Die Auswertung der gesammelten Daten zeigt zudem Defizite bei der Alterskontrolle. Zwar wurde in rund 67 Prozent der Testkäufe ein Ausweis verlangt und in rund 20.2 Prozent der Fälle nach dem Alter gefragt, dennoch fand in 18.3% der Testkäufe keine Altersüberprüfung statt. Ein weiteres Thema ist die Sichtbarkeit von Jugendschutzinformationen: In einem Drittel der Fälle waren an den getesteten Verkaufsstellen keine sichtbaren Hinweise in Bezug auf die geltenden Jugendschutzbestimmungen ersichtlich.
Lea Leuenberger, Jugendschutz-Verantwortliche des Blauen Kreuzes, äussert sich kritisch: «Dass immer noch bei fast 20 % aller getesteten Verkaufsstellen keine Alterskontrolle durchgeführt wurde, ist unverständlich.» Trotzdem ist sie froh, dass der Verkauf zurückgegangen ist. Die tieferen Resultate seien vermutlich auf die hohe Medienpräsenz des neuen Tabakproduktegesetztes Ende 2024 zurückzuführen, dies sei erfreulich. «Es zeigt, dass die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema eine positive Wirkung hat und Verkaufspersonen dadurch immer aufmerksamer werden.». Im Jahr 2024 betrug die Verkaufsquote bei Tabak- und Nikotinprodukten noch 33.7 %.
(text:pd/bild:zvg blaues kreuz bern-solothurn-freiburg)