Swiss-Ski-Vize Schmidhalter wird seiner Ämter vorläufig enthob
Swiss-Ski-Vize Claude-Alain Schmidhalter wird seiner Ämter als Präsident des Organisationskomitees der FIS Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2027 in Crans-Montana sowie bei Swiss-Ski vorläufig enthoben. Der Grund ist ein Strafverfahren im Kanton Wallis.
Das Präsidium von Swiss-Ski sowie der WM-Vorstand hätten entschieden, Schmidhalter „temporär“ seiner Ämter zu entheben, heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Der WM-Vorstand werde ad interim von Vizepräsident Sébastien Rey, Vorstandsvertreter der Association des Communes de Crans-Montana, sowie von Diego Züger, Vorstandsvertreter und Co-CEO von Swiss-Ski, angeführt.
Der Schritt erfolgt laut Swiss-Ski als Folge einer Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis. Die temporäre Massnahme gelte bis zum Vorliegen eines Urteilsspruchs des Bezirksgerichts Brig-Glis.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis wirft Schmidhalter Betrug und untreue Geschäftsführung vor. Zusammen mit einem Komplizen soll er seinen ehemaligen Geschäftspartner um eine hohe Abfindungssumme gebracht haben. Gemeinsam hatten die beiden ein Ingenieurunternehmen im Oberwallis geführt.
Der pensionierte Geschäftspartner hat laut Anklageschrift einen Schaden von über 300’000 Franken erlitten. Gemäss der Anklageschrift fordert die Walliser Staatsanwaltschaft eine bedingte Freiheitsstrafe von 23 Monaten, eine Geldstrafe von 10’000 Franken und eine Wiedergutmachung an das Opfer von 55’000 Franken. Die beiden Beschuldigten müssen sich am 27. Oktober vor dem Bezirksgericht Brig-Glis verantworten.
Swiss-Ski stellte am Mittwoch weiter fest, dass das Strafverfahren in keinem Zusammenhang stehe mit Schmidhalters Ämtern im Präsidium von Swiss-Ski und als OK-Präsident von Crans-Montana 2027. Als Vizepräsident von Swiss-Ski und WM-Vorstandsmitglied habe Schmidhalter seit Jahren hervorragende und tadellose Arbeit geleistet, lassen sich Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun und Sébastien Rey, Vizepräsident von Crans-Montana 2027, gemeinsam in der Mitteilung zitieren. Mit dem Schritt solle die Integrität und Handlungsfähigkeit der beiden Organisationen gewahrt werden.
Schmidhalter weist, wie Swiss-Ski weiter schreibt, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück. Er sehe der Gerichtsverhandlung mit Zuversicht entgegen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
(text:sda/bild:keystone)