28 September 2022

Stromausfall in ganz Kuba nach Hurrikan „Ian“

Nach dem Durchzug des Hurrikans „Ian“ ist in Kuba landesweit der Strom ausgefallen. Dies sei auf wetterbedingte SchĂ€den am Stromnetz zurĂŒckzufĂŒhren, teilte der staatliche Stromanbieter des sozialistischen Karibikstaates, UNE, am Dienstagabend (Ortszeit) auf Facebook mit. Die Wiederherstellung der Stromversorgung sei ein komplizierter Prozess, der sich schrittweise in der Nacht und am Morgen vollziehen werde. In der Hauptstadt Havanna war nur in den wenigen GebĂ€uden, die ĂŒber Generatoren verfĂŒgten, Licht zu sehen – vor allem in Hotels. Teile des Landes und auch der Hauptstadt hatten bereits den Grossteil des Dienstags keinen Strom.

Der Sturm war als Hurrikan der Kategorie 3 von 5 am frĂŒhen Dienstagmorgen (Ortszeit) im Westen Kubas auf Land getroffen. Er richtete grosse Zerstörung an: Es kam zu Überschwemmungen, GebĂ€ude und Infrastruktur wurden schwer beschĂ€digt, BĂ€ume entwurzelt – auch in Havanna. Das volle Ausmass war noch unklar. „Die SchĂ€den sind gross, wenn auch noch nicht statistisch erfasst“, schrieb StaatsprĂ€sident Miguel DĂ­az-Canel nach einem Besuch der besonders betroffenen Provinz Pinar del RĂ­o bei Twitter. Das Zentrum des Hurrikans zog inzwischen weiter in Richtung des US-Bundesstaates Florida.

Kubas Stromversorgung war schon vor „Ian“ sehr unzuverlĂ€ssig. Die Infrastruktur ist veraltet, die Kraftwerke können den Strombedarf nicht decken. In vielen Teilen des Landes kommt es zu hĂ€ufigen, langen StromausfĂ€llen – manche Nutzer sozialer Medien berichteten in den vergangenen Monaten von tĂ€glichen AusfĂ€llen von bis zu 18 Stunden. In Havanna wurden im August aus „SolidaritĂ€t“ mit dem Rest des Landes kontrollierte StromausfĂ€lle eingefĂŒhrt, die alle drei Tage vier Stunden dauern sollten – in der Praxis waren sie zuletzt weniger vorhersehbar. HĂ€ufige StromausfĂ€lle in der heissesten Jahreszeit waren ein Auslöser von Massenprotesten gegen die Regierung im Juli 2021.

(text:sda/bild:pixabay-symbolbild)