8 November 2022

Stricker f├╝r die Ehre statt die Punkte

Mit dem Berner Dominic Stricker steht diese Woche erstmals ein Schweizer an den Next Gen Finals, dem U21-Masters der ATP, im Einsatz. Der 20-j├Ąhrige Berner rechnet sich in Mailand viel aus.

In Basel, wo er mit seinem Vorstoss in die Achtelfinals der Swiss Indoors die Qualifikation f├╝r das Nachwuchs-Masters perfekt machte, legte sich Dominic Stricker fest. “Ich w├╝rde lieber bei den Next Gen Finals dabei sein, denn dort habe ich sonst nur noch im n├Ąchsten Jahr einmal die Chance.”

Sein Dilemma: In Mailand kann er nur Preisgeld und Ruhm gewinnen, aber keine ATP-Punkte. Damit d├╝rfte es f├╝r die Nummer 111 der Weltrangliste knapp nicht f├╝r die direkte Aufnahme im Hauptfeld des Australian Open im Januar reichen. H├Ątte er die Qualifikation f├╝r Mailand nicht geschafft, k├Ânnte er diese Woche noch bei einem Challenger-Turnier die paar n├Âtigen Punkte sammeln.

Daf├╝r bietet sich dem Sieger des French Open der Junioren von 2020 in Mailand eine sch├Âne B├╝hne. Ohne viel Druck kann er darum spielen, Nachfolger von Carlos Alcaraz zu werden. Der Spanier triumphierte vor einem Jahr als 18-J├Ąhriger und ist nun bereits US-Open-Champion und die Nummer 1 bei den “Grossen”.

Stricker trifft zun├Ąchst am Dienstagabend (ca. 21.00 Uhr) auf den Engl├Ąnder Jack Draper (ATP 41), einen der Aufsteiger des Jahres. Danach folgen in den weiteren Gruppenspielen der Taiwaner Tseng Chun-Hsin (ATP 90) und der Italiener Lorenzo Musetti. Nach den Absagen von Alcaraz, Jannik Sinner und nun auch des Bercy-Siegers Holger Rune ist der Lokalmatador Musetti als Nummer 23 der Welt der Topfavorit. Stricker ist von den verbliebenen mit 20 Jahren und zwei Monaten der J├╝ngste im Feld und einer von nur drei Spielern ausserhalb der Top 100. Ein sch├Âner Nebeneffekt ist auch die Antrittsgage von 82’000 Dollar, das ist mehr als ein Viertel seines bisherigen Karriere-Preisgelds.

Der Linksh├Ąnder weiss aber auch, dass in der Vergangenheit viele dieses seit 2017 durchgef├╝hrte Nachwuchsturnier als Sprungbrett f├╝r den grossen Durchbruch im folgenden Jahr nutzten. Die letzten drei Sieger waren Alcaraz, Sinner und Stefanos Tsitsipas. “Hier dabei zu sein, ist speziell”, sagt er. “Das heisst auch, dass du ein ziemlich gutes Jahr gehabt hast.”

Speziell ist auch der Modus. Die S├Ątze sind k├╝rzer, bereits bei 4:4 gibt es ein Tiebreak, daf├╝r braucht man drei gewonnene S├Ątze zum Sieg. “Das Format ist eine gute Herausforderung. Du musst noch mehr als sonst vom ersten Punkt an parat sein.” Mit seinem guten Aufschlag k├Ânnte dies Stricker durchaus entgegenkommen.

(text:sda/bild:sda)