17 Dezember 2021

Heizen an der Lenk mit Fernsteuerung

Im Kanton Bern gibt es gem├Ąss aktuellen Zahlen fast 90’000 Zweitwohnungen. Auch in der Gemeinde Lenk und im Simmental werden rund 2’700 Wohnungen w├Ąhrend einiger Monate im Jahr genutzt. Im Rahmen eines Pilotprojekts unterst├╝tzt die Lenk-Simmental Tourismus AG die Besitzerinnen und Besitzer dieser Wohnungen in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f├╝r Energie und dem Kanton Bern dabei, m├Âglichst stressfrei und guten Gewissens in die Wintersaison zu starten. Ein Beispiel, das im ganzen Kanton Schule machen k├Ânnte.

Wer eine Ferienwohnung f├╝r seine Skiferien bucht, darf davon ausgehen, dass diese bei der Ankunft angenehm warm ist. Etwas komplizierter wird die Situation, wenn man selbst daf├╝r verantwortlich ist, dass die Raumtemperatur immer dem aktuellen Bed├╝rfnis entspricht. Bis vor wenigen Jahren gab es hierf├╝r nur zwei Optionen: Entweder man drosselte die Heizung vor der Abreise und beauftragte jemanden vor Ort damit, die Temperatur rechtzeitig vor dem n├Ąchsten Aufenthalt wieder hochzudrehen, oder man liess die Heizung einfach ├╝ber mehrere Monate laufen. Beide Varianten sind mit Aufwand oder Stress verbunden, insbesondere seit dem j├╝ngsten Preisanstieg beim Erdgas und beim Erd├Âl.

Im Rahmen eines k├╝rzlich lancierten Pilotprojekts wirbt Lenk-Simmental Tourismus deshalb f├╝r eine dritte, stressfreie Variante: die Heizungsfernsteuerung. Bei Neubauten und Sanierungen ist diese f├╝r Ferienh├Ąuser und Ferienwohnungen gem├Ąss der Kantonalen Energieverordnung (KEnV) bereits Pflicht, dennoch wissen viele Besitzerinnen und Besitzer noch zu wenig ├╝ber diese L├Âsung. Das will die vom Bundesamt f├╝r Energie getragene Kampagne MakeHeatSimple ├Ąndern. Gem├Ąss der hierf├╝r geschaffenen Online-Informationsplattform ist mittlerweile eine Vielzahl von Produkten zur Fernsteuerung der unterschiedlichsten Heizungstypen und W├Ąrmeverteilungssysteme verf├╝gbar. Die Steuerung erfolgt in der Regel via App, ist aber auch ohne Internetanschluss m├Âglich. Je nach Ausgangslage spart diese Variante bis zu 60 % Energie und mehrere hundert Franken pro Jahr, weshalb sie sich einer wachsenden Beliebtheit erfreut.

Dies war auch am Informationsanlass sp├╝rbar, zu dem Lenk-Simmental Tourismus Mitte November eingeladen hatte. Knapp 100 Zweitwohnungsbesitzer wollten sich in diesem Rahmen ├╝ber die j├╝ngsten Entwicklungen und den aktuellen Stand der Technik informieren. Den meisten wurde schnell klar, dass die Investition in ein neues Steuerger├Ąt, die je nach Produkt zwischen CHF 500 und CHF 2’500 betr├Ągt, dank des Komfortgewinns und der Energieeinsparungen innert K├╝rze amortisiert ist. ┬źIn Mehrfamilienh├Ąusern lassen sich zus├Ątzlich noch Synergien nutzen, wenn sich mehrere Parteien absprechen und auf eine Mindesttemperatur einigen k├Ânnen┬╗, erkl├Ąrt Albert Kruker, Direktor von Lenk-Simmental Tourismus.

Die Kampagne MakeHeatSimple hat derzeit 9 Partnerkantone und ├╝ber 50 Partnergemeinden, darunter der Kanton Bern sowie Tourismusregionen wie Lenk-Simmental. Wenn alle Zweitwohnungsbesitzer in der Schweiz den Empfehlungen von MakeHeatSimple folgen w├╝rden, liesse sich gleich viel Energie einsparen, wie 130’000 durchschnittliche Schweizer Haushalte pro Jahr verbrauchen ÔÇô das entspricht einer Verringerung des CO2-Ausstosses um etwa 600’000 Tonnen. In Anbetracht dieses enormen Potenzials w├Ąre es zu begr├╝ssen, wenn m├Âglichst viele der schweizweit knapp 350 Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil von ├╝ber 20 % ÔÇô allein im Kanton Bern sind es insgesamt 43 ÔÇô dem Beispiel Lenk folgen und die Kampagne unterst├╝tzen.

(text:pd/bild:beo)