Streichung von gratis öV in TOI-Gästekarte
Übernachtungsgäste der Gemeinden Interlaken, Matten, Unterseen, Wilderswil, Gsteigwiler und Saxeten erhalten die Gästekarte der Tourismusorganisation Interlaken (TOI). Mit dieser konnten sie bislang im Libero-Verbund kostenlos Bus und Bahn fahren. Aus finanziellen Gründen streicht das TOI dieses Angebot jedoch ab 2027.
Wie das TOI im September mitteilte, ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrs ab 2027 nicht mehr Bestandteil der Gästekarte. Eine Weiterführung des Angebots sei aktuell nicht finanzierbar. Wie bereits Anfang 2025 kommuniziert, hat der Vorstand von Interlaken Tourismus damals entschieden, den Vertrag mit dem Tarifverbund Libero für die ÖV-Inkludierung in die Gästekarte nicht zu verlängern. Der TOI-Vorstand hat die Situation nun erneut beurteilt und festgestellt, dass sich an der Ausgangslage nichts geändert hat. Die ab 2027 geforderten Kosten sind für Interlaken Tourismus unter den aktuellen Rahmenbedingungen schlicht nicht finanzierbar.
Die SVP Interlaken kann das nachvollziehen und betrachtet die Streichung nicht als einschneidende Änderung. Der Präsident der Grünen Interlaken-Oberhasli, Adrian Aulbach, sieht den Wegfall hingegen als keine gute Entwicklung. Die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs (öV) in der Gästekarte habe auch Geld in den Libero-Verbund gegeben, wovon alle profitieren konnten. Ausserdem sei der Individualverkehr mit Mietautos in Interlaken ohnehin schon ein Problem, weshalb die Gäste mit kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln gelenkt werden sollen. Marcel von Allmen von der SVP ist der Meinung, dass sich daran wohl nichts Grosses ändern wird, ob der ÖV mit der Gästekarte gratis ist oder nicht. Das Verkehrsproblem mit Touristen in Interlaken werde sich dadurch wohl kaum lösen.
Der Grosse Gemeinderat von Interlaken beschäftigt sich momentan mit den Kurtaxen und deren Verteilung. Ein Vorstoss ist im Parlament hängig, der klären soll, wie das Geld künftig verteilt wird.
Der Nutzen des öffentlichen Verkehrs wird von Interlaken Tourismus nicht infrage gestellt. „Unser Ziel ist es, auch künftig einen effektiven Gästenutzen zu stiften und die verfügbaren Mittel verantwortungsvoll einzusetzen”, sagt Direktor Daniel Sulzer. „Die Finanzierung einer Integration des öffentlichen Verkehrs in die Gästekarte ist grundsätzlich wünschenswert.”
(text:pd&pmu/bild:pixabay)