Schadenersatzklage bei Ruag MRO
Der bundeseigene Rüstungsbetrieb Ruag MRO hat geschäftliche Ungereimtheiten untersuchen lassen. Der Bericht nennt strafrechtlich relevante Verdachtsfälle. Mehrere Strafverfahren laufen, und zehn Personen sollen insgesamt 51 Millionen Euro Schadenersatz leisten.
Die Ruag MRO veröffentlichte am Freitag den in ihrem Auftrag von der Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey erstellten Untersuchungsbericht. Unter die Lupe nahm die Kanzlei die mehr als zwanzig Jahre seit 2002. Dabei ging es um Geschäfte mit Leopard-1-Panzern und Leopard-Panzer-Bestandteilen, aber nicht nur.
Die Vorwürfe sind happig. Die Rede ist im Bericht von teilweise schwerwiegenden Compliance-Verstössen und strukturellen Kontrollschwächen und einer „Business-First“-Kultur. Kontrollen seien missachtet worden, und Whistleblower-Hinweisen sei nicht ausreichend nachgegangen worden.
Es wurden mehrere Strafanzeigen eingereicht wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses und weiterer Delikte. Die Verfahren seien mehrfach ergänzt worden, hiess es.
Zudem fordert Ruag MRO von zehn Personen Schadenersatz in Höhe von insgesamt 51 Millionen Euro plus Zinsen. Finanzieller Schaden wird namentlich durch den „Komplex Niederlande“ begründet. 2020 kaufte die Ruag vom niederländischen Staat Leopard-Ersatzteile für 4,5 Millionen Euro.
(text:sda/bild:pexels)