15 Juni 2023

Steinkauz brĂŒtet erstmals wieder in der Nordwestschweiz

Nach fast 40 Jahren Abwesenheit hat 2023 erstmals wieder ein Steinkauz-Paar in der Nordwestschweiz gebrĂŒtet. Das Ziel, von den Populationen im nahen Ausland aus die Schweiz wiederzubesiedeln, sei erreicht, teilte die Organisation BirdLife Schweiz am Donnerstag mit.

Ein Mitarbeiter der Vogelschutzorganisation hat eine erfolgreiche Brut mit Jungen gefunden. Damit sei die lang ersehnte RĂŒckkehr des Steinkauzes geglĂŒckt, hiess es in der Mitteilung weiter. „Das stellt einen der seltenen Lichtblicke beim Schutz der BiodiversitĂ€t dar, deren Zustand in der Schweiz sehr besorgniserregend ist“, wird Martin Schuck, stellvertretender GeschĂ€ftsfĂŒhrer von BirdLife Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

Der genaue Standort der Brut werde geheim gehalten. Denn SteinkÀuze reagieren sensibel auf Störungen. Die Vögel sollen sich möglichst ungestört entwickeln können, so dass ein weiteres Anwachsen der BestÀnde möglich werde, teilte BirdLife Schweiz weiter mit.

BirdLife Schweiz realisierte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern im Rahmen des trinationalen BirdLife-Steinkauzprogramms seit rund 23 Jahren grossflÀchige Lebensraumaufwertungen in der Region. Dies, um dem Steinkauz eine Wiederbesiedlung der Nordwestschweiz zu ermöglichen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Seit Projektbeginn habe sich der Bestand des Steinkauzes auf deutscher und französischer Seite fast vervierfacht, liess BirdLife verlauten.

Der Steinkauz wĂ€re gemĂ€ss der Organisation als Brutvogel beinahe schweizweit ausgestorben. Anfang dieses Jahrtausends betrug sein Bestand nur noch rund 50 bis 60 Paare. Er hĂ€tte sich damit fast in die Liste an ehemaligen Brutvögeln wie dem RotkopfwĂŒrger oder dem Grossen Brachvogel eingereiht, die in den letzten Jahrzehnten aus unserem Land verschwunden sind.

Nur dank intensiven FörderaktivitÀten in verschiedenen Gebieten konnte sein Aussterben verhindert werden, wie BirdLife Schweiz mitteilte. Die BestÀnde im Tessin, in Genf, in der Ajoie und im Grossen Moos seien seitdem auf rund 150 Brutpaare angewachsen.

(text:sda/bild:sda)