22 September 2021

Steffisburg: Ortsplanungsrevision geht in die zweite öffentliche Auflage

Der Gemeinderat Steffisburg hat nach der ersten öffentlichen Auflage der baurechtlichen Grundordnung (Ortsplanungsrevision) Anpassungen an den Plänen und Vorschriften vorgenommen. Vom 23. September 2021 bis am 29. Oktober 2021 läuft nun die zweite öffentliche Auflage. Die im Vergleich zur ersten Auflage geänderten Unterlagen können in diesem Zeitraum bei der Gemeindeverwaltung Steffisburg eingesehen werden.

Vom 14. Mai bis zum 14. Juni 2021 lief die erste √∂ffentliche Auflage und Einsprachefrist f√ľr die Bev√∂lkerung zur baurechtlichen Grundordnung (bestehend aus neuem Baureglement, Zonenpl√§ne Nord und S√ľd, Schutzzonenplan sowie Zonenpl√§ne Gew√§sserraum Nord und S√ľd) im Rahmen des Prozesses zur Ortsplanungsrevision in Steffisburg. Insgesamt gingen dazu 38 Einsprachen fristgerecht ein. In der Zwischenzeit konnten s√§mtliche Einspracheverhandlungen gef√ľhrt werden. Mehrere Einsprachen wurden vollst√§ndig zur√ľckgezogen; bei einzelnen Einsprachen wurden punktuell Rechtsbegehren zur√ľckgezogen.

Der Gemeinderat nimmt diverse Anliegen aus den Einspracheverhandlungen ernst und setzt verschiedene Zeichen. So hat er als Planungsbeh√∂rde kleine Korrekturen an der baurechtlichen Grundordnung vorgenommen. Es handelt sich dabei um Details im Zonenplan Gew√§sserr√§ume Nord. Auch wurde eine Einzonung um 17 Quadratmeter angepasst und die einzige Gartenbauzone von Steffisburg sowie die angrenzende Zone f√ľr √∂ffentliche Nutzungen (Z√∂N) „Schulanlage Glockenthal“ wurde noch einmal √ľberpr√ľft und angepasst: Die Z√∂N wurde reduziert und eine Teilfl√§che der bestehenden Gartenbauzone hinzugeschlagen.

Im Zusammenhang mit der Umzonung der Parzelle am Kirchb√ľhl (Alterssiedlung Esther Sch√ľpbach Stiftung, aktuell basierend auf einer √úberbauungsordnung) und den zwei Parzellen auf der „Pfrundmatte“ (Teilfl√§che der Zone f√ľr √∂ffentliche Nutzungen Nr. 7 Dorfkirche) in die Zone mit Planungspflicht ZPP W nimmt die Exekutive die Bedenken und Sorgen aus der Bev√∂lkerung sowie der Einsprechenden in Bezug auf die Nachhaltigkeit und auf Begegnungsm√∂glichkeiten ernst. Die Gemeinde verpflichtet sich, dass zwischen 40 bis maximal 60 Prozent der Fl√§che f√ľr Gr√ľn- und Begegnungsraum freigehalten werden muss. Demzufolge darf h√∂chstens 60 Prozent der un√ľberbauten Landfl√§che (zwei Parzellen der Pfrundmatte) bebaut werden. Zudem erkl√§rt sich der Gemeinderat bereit, eine √∂konomisch und √∂kologisch nachhaltige Sanierung der bestehenden Alterssiedlung Esther Sch√ľpbach mit einer externen Expertise pr√ľfen zu lassen und allenfalls einer Sanierung den Vorzug gegen√ľber einem Neubau zu geben.

Der Gemeinderat strebt ein ausgewogenes und zukunftsorientiertes Paket zur Ortsplanungsrevision an, welches auf ein moderates Wachstum und eine nachhaltige sowie ausgewogene Entwicklung der Gemeinde setzt. So verzichtet die Regierung von Steffisburg bewusst darauf, weitere Fl√§chen in der Gemeinde einzuzonen, obwohl sie dies gem√§ss den kantonalen Vorgaben noch d√ľrfte. Gleichzeitig erf√ľllt die Gemeinde die √ľbergeordneten Vorgaben von Bund und Kanton mit dem Ziel, die Siedlungsentwicklung nach innen (SEein) zu f√∂rdern, das Kulturland und die Fruchtfolgefl√§chen besser zu sch√ľtzen und den Boden haush√§lterisch zu nutzen.

In Bezug auf mehr Biodiversit√§t und √Ėkologie engagiert sich der Gemeinderat mit verschiedenen Projekten (KulturGarten, Neophytenbek√§mpfung, Orchideenkonzept etc.) auf freiwilliger Basis. Zudem wurden seit der letzten Revision des Baureglements auf √ľbergeordneter Ebene bedeutende Entscheide bez√ľglich Energie und √Ėkologie getroffen und rechtlich verankert. Hierzu wurde auch der √ľberkommunale Richtplan Energie mit den vorgegebenen Energietr√§gern (Gas, Grundwasser, Fernw√§rme etc.) hinterfragt und √ľberarbeitet. Die wesentlichste √Ąnderung ist, dass der Gemeinderat in Verbindung mit der NetZulg AG die Nutzung der Fernw√§rme bedeutend forcieren will.

Ferner setzt sich der Gemeinderat mittels des im Rahmen der Ortsplanungsrevision entwickelten Raumentwicklungskonzepts 2035 und dem Richtplan Verkehr mit verschiedenen Massnahmen f√ľr ein nachhaltigeres Mobilit√§tsmanagement ein. Hierbei ist er aber auch auf das Mitwirken der Bev√∂lkerung angewiesen, indem wir uns alle f√ľr kombinierte und nachhaltige Mobilit√§tsangebote offen zeigen und diese auch nutzen. Wir alle k√∂nnen einen Input zur L√∂sung beitragen.

Nach Ablauf der Auflagefrist finden anfangs November 2021 allf√§llige Einspracheverhandlungen statt. Der Zeitplan sieht weiter vor, dass der Grosse Gemeinderat am 3. Dezember 2021 die Abstimmungsbotschaft zur Ortsplanungsrevision verabschiedet, inklusive der vom Gemeinderat im Rahmen der ersten und zweiten Auflage beschlossenen √Ąnderungen. Der abschliessende Entscheid zur gesamten baurechtlichen Grundordnung treffen abschliessend die Stimmberechtigten von Steffisburg im Rahmen einer Gemeindeabstimmung voraussichtlich am 13. Februar 2022.

(text:pd/bild:beo)