29 Oktober 2021

Start der Frauensession im Bundeshaus

Das Bundeshaus ist am Freitag und Samstag ganz in Frauenhand. Im Zeichen von 50 Jahren Frauenstimmrecht findet die Frauensession statt. 246 Frauen aus allen Sprachregionen kommen im Nationalratssaal zusammen, um ihre Anliegen zu diskutieren.

Es ist nach dreissig Jahren das zweite Mal, dass sich Frauen aus der Bevölkerung zu einer Session treffen. Die erste Frauensession hatte 1991 stattgefunden.

Teilnehmen werden 200 Frauen aus der ganzen Schweiz, die sich wĂ€hlen lassen konnten. Über 1400 Frauen haben sich als Kandidatinnen registriert, die von 12’000 WĂ€hlerinnen bestimmt wurden. Die restlichen 46 PlĂ€tze im Saal sind fĂŒr frĂŒhere oder amtierende National- und StĂ€nderĂ€tinnen sowie RegierungsrĂ€tinnen reserviert.

Diskutiert werden sollen unter anderem Massnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter, zur Altersvorsorge, gegen Gewalt an Frauen und MĂ€dchen sowie zur Care-Arbeit.

In acht Kommissionen wurden von den Teilnehmerinnen Motionen ausgearbeitet, die dann beraten werden sollen. Die Session soll nach Angaben der Organisatoren möglichst wie beim eigentlichen Parlamentsbetrieb durchgefĂŒhrt werden.

Eine Kommission formulierte etwa eine Motion, die vom Bundesrat verlangt, eine unabhÀngige Bundesbehörde einzusetzen mit dem Auftrag, die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern zu kontrollieren und MissbrauchsfÀlle zur Anzeige zu bringen.

Eine weitere Kommission verlangt mit einer Motion, dass der Bundesrat damit beauftragt wird, ein nationales Forschungsprogramm zu Gendermedizin zu lancieren und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit dem Forschungsprogramm zu beauftragen.

Am Ende der Session werden die Vorstösse in Petitionen umgeschrieben, die dann Mitgliedern der Bundesversammlung in einen Forderungskatalog ĂŒbergeben werden.

In diesem Jahr ist es 50 Jahre her, seit Frauen in der Schweiz das eidgenössische Stimm- und Wahlrecht erhalten haben. Damals wurden elf NationalrÀtinnen zum ersten Mal ins Parlament gewÀhlt und vereidigt.

Organisiert wird der Anlass von den Parlamentsdiensten zusammen mit dem grössten Schweizer Frauendachverband Alliance F, der Eidgenössischen Kommission fĂŒr Frauenfragen (EFK) und anderen FrauenverbĂ€nden.

(text:sda/bild:beo)