14 Oktober 2026

Starker Anstieg von Betrugsdelikten

Die Kriminalität in der Schweiz hat seit 2022 zugenommen. Sehr stark stiegen die Betrugsdelikte an, wie der „Crime Survey 2025“ der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Universität St. Gallen zeigt. Die Schweiz werde aber als sicheres Land wahrgenommen.

Besonders stark stiegen die Betrugsdelikte: Innerhalb eines Jahres waren 15,9 Prozent der Befragten betroffen – 2022 lag dieser Wert noch bei 8,4 Prozent, wie die ZHAW am Donnerstag mitteilte. 75 Prozent der Betrugsdelikte liefen mittlerweile über soziale Medien und das Internet ab.

Auch Eigentumsdelikte nahmen zu, Diebstahl von persönlichen Eigentums von 3 auf 4,3 Prozent, Diebstähle aus Autos von 1,2 auf 2,7 Prozent. Bei sexuellen Gewaltdelikten wurde kein Anstieg verzeichnet, bei sexueller Belästigung hingegen schon, von 4,3 auf 6,2 Prozent.

Da die Anzeigeraten im Vergleich zur letzten Erhebung nahezu unverändert blieben, führt Co-Projektleiter Dirk Baier den Anstieg der registrierten Straftaten primär auf eine reale Kriminalitätszunahme und nicht auf eine höhere Anzeigebereitschaft zurück.

Parallel dazu hat sich das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung leicht verschlechtert: Fühlten sich 2022 nach Einbruch der Dunkelheit noch 87,6 Prozent der Befragten in ihrer Wohngegend sicher, sind es aktuell 83,1 Prozent.

Gleichzeitig stieg die Furcht der Menschen, auf offener Strasse Opfer von Straftaten zu werden. 37,9 Prozent der Befragten kritisierten zudem eine zu geringe Polizeipräsenz. 2022 sagten das noch 28,9 Prozent. Das Vertrauen in die Polizei bleibe jedoch laut den Autorinnen und Autoren hoch.

„Die Entwicklung sollten wir ernst nehmen, ohne sie zu dramatisieren. Trotz des rückläufigen Sicherheitsgefühls nimmt die Bevölkerung die Schweiz weiterhin als sicheres Land wahr“, betonte Co-Projektleiterin Nora Markwalder.

Beim Umgang der Polizei mit Betroffenen von Straftaten zeigten sich kaum Veränderungen. Bemerkenswert sei aber die Veränderung beim Delikt des Cybermobbings: Einerseits hätten mehr Betroffene Kontakt mit der Polizei, weil die Anzeigerate steige. Andererseits äusserten sich 2025 dreimal mehr Betroffene als 2022 zufrieden mit der Behandlung durch die Polizei (Anstieg von 21,1 auf 63,6 Prozent).

Ein Zusatzbericht zur häuslichen Gewalt belegt, dass der Gesamtanteil der Betroffenen im Fünfjahresvergleich stabil blieb, Frauen jedoch mit 5,4 Prozent weiterhin signifikant häufiger betroffen sind als Männer (2,2 Prozent).

Dass Frauen deutlich häufiger von häuslicher Gewalt betroffen seien als Männer, zeige sich nicht nur in den offiziellen Statistiken, sondern auch im Dunkelfeld, also bei der Dunkelziffer. Ein statistisch signifikanter Anstieg im häuslichen Bereich wurde einzig bei der Hasskriminalität festgestellt.

Für den repräsentativen «Crime Survey 2025» wurden in Zusammenarbeit mit der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandantinnen und -kommandanten der Schweiz (KKPKS) landesweit 13’499 Personen zwischen 16 und 80 Jahren befragt.

Der Crime Survey ist eine Bevölkerungsbefragung zu Opfererfahrungen und zum Sicherheitsgefühl in der Schweiz. Nach 2022 fand die Befragung im Jahr 2025 zum zweiten Mal in weitgehend gleicher Form statt und ermöglicht damit einen Vergleich über die Zeit.

(text:sda/symbolbild:pexels, mktomasik)