Starke Schweizer mit Unentschieden gegen Island
Die Schweizer Handballer liegen in Malmö in der EM-Hauptrunde gegen Island mehrheitlich in Führung, am Ende resultiert jedoch ein 38:38-Unentschieden. Damit können sie die Halbfinals nicht mehr erreichen.
Als die beiden Teams an der WM 2021 letztmals aufeinandertrafen, gewannen die Schweizer 20:18. Nun fielen schon in der ersten Halbzeit gleich viele Tore wie vor fünf Jahren – jeweils 19. Beide Mannschaften agierten mit einem horrenden Tempo. Zudem spielte die SHV-Auswahl deutlich variabler als zwei Tage zuvor bei der 24:28-Niederlage gegen Kroatien. Sie lag vor der Pause bloss dreimal in Rückstand. Dreimal ging sie mit drei Toren in Führung, letztmals beim 16:13 (25.).
Hatten die Schweizer in den ersten fünf Partien an dieser EM abgesehen vom 43:26-Kantersieg gegen Montenegro immer wieder, teils tiefe, Dellen in ihrem Spiel, hielten sie diesmal das Level während 60 Minuten hoch. Sie drehten ein 21:22 (34.) in ein 24:22 (36.) und gingen beim 26:23 (39.) wieder mit drei Treffern in Front. Beim 33:30 (50.) betrug der Vorsprung immer noch drei Tore, aber die starken Isländer kämpften sich zurück und glichen in der 59. Minute zum 38:38 aus. 41 Sekunden vor Schluss beging Noam Leopold ein hart gepfiffenes Stürmerfoul, die Schweizer liessen aber keinen Gegentreffer mehr zu.
Die Flügelspieler Leopold (7 Treffer, davon 2 Penaltys) und Gino Steenaerts (6) waren die erfolgreichsten Torschützen ihres Teams. Beide verzeichneten keinen Fehlwurf, wobei Leopold zum besten Akteur der Partie gekürt wurde. Doch im Angriff überzeugten die Schweizer im Kollektiv. Felix Aellen und Lukas Laube trafen je fünfmal, Lenny Rubin sowie Luca Sigrist je viermal.
„Wir sind extrem zufrieden mit dem Punkt, haben alles hineingelegt und hielten mit einer der besten Mannschaften der Welt mit“, sagte Leopold gegenüber dem Schweizer Fernsehen. Andy Schmid ergänzte: „Was für eine Energie, was für eine Willensleistung! Offensiv habe ich nichts zu bemängeln, defensiv machten wir ein paar Fehler im Rückzug und hatten in der zweiten Halbzeit nur eine Parade. Aber es ist einfach mega cool.“
Der eine Punkt genügt allerdings nicht, um die ohnehin minime Chance auf die Halbfinals zu wahren. Obwohl nur wenig zum ersten Sieg in einer EM-Hauptrunde fehlte, ist das Unentschieden hoch einzuschätzen. Die Isländer wurden vor dem Turnier als „Geheimfavorit“ bezeichnet und unterstrichen dies insbesondere beim 35:27 am Sonntag gegen Gastgeber Schweden. Die Schweden sind am Mittwoch um 20.30 Uhr der letzte Gegner der Schweizer in der Hauptrunde.
(text:sda/bild:unsplash)