Stadt Thun will Rahmenkredit für Immobilienkäufe
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(03:22)
Die Stadt Thun will beim Erwerb von Immobilien flexibler sein. Deshalb beantragt der Gemeinderat einen Rahmenkredit von 50 Millionen Franken für Immobilienkäufe. Über die Vorlage entscheidet die Thuner Stimmbevölkerung.
Der Gemeinderat hat als eines seiner Legislaturziele 2023–2026 definiert, die Attraktivität Thuns als Wohnstadt zu steigern und mehr Wohnraum zu schaffen. Deshalb will die Stadt gezielt strategisch wichtige bebaute und unbebaute Grundstücke oder Immobilien erwerben. Damit die Stadt dieses Ziel in Zukunft noch besser verfolgen kann, soll ein sogenannter Rahmenkredit für Immobilienkäufe geschaffen werden. Durch den Rahmenkredit erhält der Gemeinderat die Möglichkeit, innerhalb eines vorgegebenen finanziellen Rahmens eigenständig über einzelne Immobilienkäufe zu entscheiden.
Er ist ein wichtiges Instrument für die Stadtentwicklung und ermöglicht es der Stadt, Grundstücke und Liegenschaften zu erwerben, die für die Umsetzung strategischer Ziele relevant sind. Dazu gehören beispielsweise die Schaffung von Wohnraum, die Sicherung von Flächen für Infrastruktur und die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung.
50 Millionen Franken über zehn Jahre
Der Rahmenkredit wird gemäss Artikel 108 Gemeindeverordnung (GV; BSG 170.111) als besondere Form eines Verpflichtungskredites betrachtet. Verpflichtungskredite werden für Ausgaben beschlossen, die nicht sofort, sondern erst in späteren Jahren anfallen.
Der Gemeinderat schlägt dafür 50 Millionen Franken mit einer Laufzeit von zehn Jahren vor. Über die Vorlage entscheidet die Thuner Stimmbevölkerung.
Der Betrag ist gemäss aktueller Bilanzsituation und Finanzplanung der Stadt Thun tragbar. Sollte der Kredit vor Ablauf der zehn Jahre ausgeschöpft sein, kann er erhöht werden. Nach Ablauf der Frist kann zudem ein neuer Rahmenkredit beschlossen werden. In beiden Fällen ist eine Volksabstimmung erforderlich.
Schneller handeln im Immobilienmarkt
Der Immobilienmarkt in Thun ist geprägt von hoher Nachfrage und begrenztem Angebot. Geeignete Liegenschaften gelangen nur selten auf den Markt und werden häufig rasch verkauft. Gleichzeitig ist die Stadt gegenüber privaten Käuferschaften im Nachteil, da politische Entscheidungsprozesse Zeit benötigen und eine gewisse Öffentlichkeit erfordern. «Mit dem Rahmenkredit kann die Stadt ihre Handlungsfähigkeit verbessern und ihre Verhandlungsposition stärken», sagt Gemeinderat Reto Schertenleib, Direktionsvorsteher Bau und Liegenschaften.
(text:pd/bild:unsplash)