20 Januar 2026

Stadt Thun will mit Motto „Stadt-Land-Fluss“ Kulturhauptstadt werden

Mit dem Projekt «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» will die Stadt Thun über den Zeitraum eines Jahres die künstlerische und kulturelle Vielfalt der Stadt und Region Thun in den Fokus rücken. Das Vorhaben soll lokal verankert sein und zugleich nationale bis internationale Strahlkraft entfalten. «Das Projekt «Kulturhauptstadt Schweiz» intensiviert den Austausch, die Netzwerke, Kooperationen und den Zusammenhalt unter den Kulturschaffenden, kulturellen Institutionen wie auch weiteren Interessierten», sagt Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch, Direktion Bildung Sport Kultur. «Diese positive Entwicklung hat sich bereits bei der Vorbereitung dieser Bewerbung abgezeichnet. Die Bewerbung ist eine einzigartige Chance für unsere Stadt.» Das Projekt trägt ebenso zur Stärkung von Wirtschaft, Tourismus und lokalem Gewerbe bei. Nach der Durchführung von verschiedenen grossen Sportanlässen (z. B. Ironman Thun, Women’s EURO 2025, ESAF 2028) würde die Durchführung eines grossen Vorhabens im Kulturbereich zudem die Positionierung der Stadt Thun als Stadt mit hoher Lebensqualität sehr gut ergänzen.

Das Jahr soll geprägt sein von einem abwechslungsreichen Programm mit traditionellen Angeboten sowie neuen, innovativen Vorhaben bis hin zu interdisziplinären Projekten. Titel und Leitidee basieren auf dem gleichnamigen Quizspiel «Stadt – Land – Fluss» und sind eine Weiterentwicklung der Inputs aus einem Workshop mit Personen aus Kultur, Gewerbe, Tourismus und Marketing. Zudem berücksichtigt die Leitidee die Rückmeldungen aus einem Informationsanlass sowie einer Online-Umfrage. Die drei Begriffe sind charakteristisch für Thun. Sie spiegeln zentrale Merkmale der Stadt wider – ihre urbane Kultur, die Aare als verbindendes Element und die enge Beziehung zum ländlichen Umland. Der Fluss prägt die Struktur des Kulturprogramms – als «blauer Faden» im Jahreslauf.

Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Stadt Thun von einem Gesamtbudget von geschätzt 7,1 Millionen Franken für das Projekt «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» aus. Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat einen Verpflichtungskredit von 1,95 Millionen Franken für die Jahre 2026 bis 2031. Davon stammen 0,75 Millionen Franken aus der Spezialfinanzierung «für kulturelle Zwecke». Reguläre, über diese Spezialfinanzierung geförderte Projekte werden durch das Kulturhauptstadt-Programm nicht benachteiligt. Für den Gemeinderat handelt es sich bei diesem Beitrag – wie bei jedem Verpflichtungskredit – um einen Maximalbetrag («Design to cost» bzw. «Gestalten nach Budget»). Weitere Unterstützung soll unter anderem vom Bund, dem Kanton Bern sowie von Sponsoren und Stiftungen kommen. Als Trägerschaft soll ein Verein eingesetzt werden. Der Verein erteilt der Projektleitung den Auftrag, das Vorhaben zu organisieren. Dies alles unter dem Vorbehalt, dass Thun den Titel Kulturhauptstadt Schweiz 2030 erhält. Der Entscheid wird im Juni gefällt.

(text:pd/bild:clü)