24 Mai 2026

St. Gallen ist zum zweiten Mal Cupsieger

Der FC St. Gallen gewinnt den 101. Final im Schweizer Cup gegen das unterklassige Stade Lausanne-Ouchy nach hartem Kampf letzlich klar 3:0. Für die Ostschweizer ist es der zweite Cupsieg und der insgesamt vierte Titel in der 147-jährigen Klubgeschichte.

26 lange Jahre mussten sich die St. Galler Fans gedulden, ehe sie nach dem Meistertitel im Jahr 2000 endlich wieder einen Titelgewinn feiern konnten. Entsprechend überschwänglich fiel der Jubel auf den mit 30’671 Zuschauern ausverkauften Rängen des Wankdorfstadions aus.

Dabei hing der St. Galler Sieg in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich am seidenen Faden. Dass es nach der frühen Führung durch Tom Gaal (8.) noch einmal spannend wurde, lag an Lukas Watkowiak. Der St. Galler Cup-Goalie leistete sich unmittelbar vor der Pause einen folgenschweren Fauxpas. Nach einem Rückpass liess er sich zu viel Zeit mit dem Abspiel und schoss den heraneilenden Vasco Tritten ab. Watkowiak konnte den Waadtländer nur mittels Notbremse am Torerfolg hindern und wurde von Schiedsrichter Luca Cibelli folgerichtig des Feldes verwiesen.

Mit einem Mann mehr agierte der Aussenseiter zunächst druckvoller und kam einem Torferfolg in Person von Bastien Conus sehr nahe. Doch die Unzulänglichkeiten in der Defensive konnten die Waadtländer auch in Überzahl nicht abstreifen. Nachdem sie Gaal nach einem Freistoss völlig frei hatten stehen lassen und der Deutsche zum verdienten 1:0 für den Favoriten traf, brachte sich der Unterklassige nach rund einer Stunde abermals selber in Bedrängnis. Breston Malula traf Aliou Baldé bei einem Klärungsversuch am Fuss. Nach Ansicht der Videobilder entschied Cibelli schliesslich auf Penalty für St. Gallen, den Captain Lukas Görtler sicher zum 2:0 verwandelte. Es sollte die Vorentscheidung sein. Den Schlusspunkt setzte Joker Christian Witzig, der in der Nachspielzeit mit seiner ersten Ballberührung sehenswert zum Endstand traf.

Der Sieg der St. Galler geht in Ordnung. Sie waren dem Unterklassigen in Überzahl in allen Belangen überlegen, griffiger, zweikampfstärker und zielstrebiger. In Unterzahl liess das Team von Enrico Maassen nur wenig zu. Neben Conus hatte Landry Nomel die besten Torchancen für den Aussenseiter. Doch der Flügelstürmer agierte bei seinen Möglichkeiten zu überhastet. Einziges Manko bei St. Gallen war die Chancenverwertung. Alessandro Vogt vergab das 2:0 in seinem letzten Spiel für die Ostschweizer ebenso leichtfertig wie Gaal und Baldé, der gleich zwei Geschenke der Waadtländer ausschlug.

Während Stade Lausanne-Ouchy den ersten Cupsieg der Klubgeschichte und den zweiten eines Unterklassigen nach Sion (2006) verpasste, ist es für St. Gallen der zweite Cupsieg nach 1969. Damals schlugen die Ostschweizer Bellinzona 2:0. Die anderen sechs Finals gingen verloren, zuletzt 2021 gegen Luzern und ein Jahr später gegen Lugano.

Der St. Galler Cup-Sieg freut auch den FC Sion. Die Walliser rücken für die bereits über die Meisterschaft qualifizierten Ostschweizer in die Qualifikation für die Conference League nach. St. Gallen, das seinen Platz im europäischen Geschäft durch den 2. Rang in der abgelaufenen Super-League-Saison bereits auf sicher hatte, greift eine Stufe höher in der Qualifikation zur Europa League ins Geschehen ein.

(text:sda/bild:keystone)