17 Februar 2026

Spital fmi Frutigen eröffnet Psychiatrie und Tagesklinik

Im Spital Frutigen wird das psychiatrische Angebot ausgeweitet. Seit Mitte Januar finden hier Personen in Krisensituationen oder mit psychischen Belastungen rund um Geburt oder Menopause einen stationären Behandlungsplatz. Auch ein tagesklinisches Angebot ist im Aufbau und wird bis Anfang März vollumfänglich seinen Betrieb aufnehmen. Die offizielle Eröffnung der neuen Angebote fand am 17. Februar 2026 mit Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg und Ernst Wandfluh, Präsident der Planungsregion Kandertal, statt.

«Bis Mitte Januar konnten wir Patientinnen und Patienten aus dem Kandertal nur ambulant betreuen», sagt Dr. med. Thomas Ihde, geschäftsführender Chefarzt Psychiatrie. Im Durchschnitt bedeute das eine Therapiestunde alle zwei bis vier Wochen. Häufig reiche das aber in einer akuten Krise nicht aus. Wer mehr Tagesstruktur oder sogar einen stationären Aufenthalt benötige, musste bisher nach Interlaken, Meiringen oder Thun ausweichen. Zudem übersteige auch im Berner Oberland die Nachfrage das psychiatrische Angebot deutlich. Aktuell müsse man für eine Erstkonsultation mit einer Wartezeit von bis zu acht Wochen rechnen.

Die Spitäler fmi AG hat deshalb ihr psychiatrisches Angebot im Spital Frutigen ausgebaut. Seit dem 12. Januar 2026 stehen hier zwölf stationäre psychiatrische Betten zur Verfügung. Nebst der Behandlung von Personen in einer akuten Krisensituation bildet die Behandlung von Frauen mit psychischen Belastungen rund um Geburt oder Menopause einen Schwerpunkt. «Dank der engen Zusammenarbeit von psychiatrischen, pflegerischen und gynäkologischen Fachpersonen konnten wir ein überregional einmaliges, spezialisiertes Angebot aufbauen», so Thomas Ihde. Ausserdem gebe es schweizweit nebst Frutigen nur drei andere spezialisierte Psychiatriestationen, in denen ein Aufenthalt mit Kind möglich sei.

Gleichzeitig mit der Psychiatriestation ist auch die Tagesklinik gestartet. Deren Angebot richtet sich an Personen, die eine Tagesstruktur oder eine engere Begleitung brauchen, aber keinen stationären Aufenthalt. Die Tagesklinik hat mit einem Teilbetrieb Mitte Januar begonnen, ab Mitte März wird sie im Vollbetrieb an allen Wochentagen Einzel- und Gruppentherapien von 9 bis 16 Uhr anbieten. Das Programm wird Themen wie Emotionsregulation, Körpertherapie und soziales Kompetenztraining umfassen.

Um die nötige Infrastruktur zu schaffen, wurde der wenig genutzte 1. Stock des Spitalanbaus sowie der Dachstock umgestaltet. Insgesamt hat das Unternehmen rund 2 Millionen Franken in den Umbau investiert. An der Eröffnung am vergangenen Dienstagabend, war unteranderem der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg dabei, Nationalrat Ernst Wandfluh, Verwaltungsratspräsidentin der Spitäler fmi Karin Ritschard Ugi und Geschäftsführender Chefarzt Thomas Ihde.

(text: pd,cse/bild:cse und Pierre Alain Schnegg)