4 MĂ€rz 2022

Spin-off der EPFL entwickelt Protein, das Krebstherapie unterstĂŒtzt

Immuntherapien gegen Krebs scheitern oft daran, dass die T-Zellen der Erkrankten erschöpft sind. Ein Spin-off der ETH Lausanne (EPFL) hat nun ein Protein entwickelt, das die T-Zellen wieder fit macht. Im Mausversuch wurde damit die Wirksamkeit der Immuntherapie fast verdreifacht.

Die Immuntherapie ist eine vielversprechende neue Waffe im Kampf gegen einige Krebsarten. Sie verbessert die FĂ€higkeit des Immunsystems, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören. Bei etwa zwei Dritteln der Patienten schlĂ€gt die Therapie allerdings nicht an, weil die T-Zellen – die wichtigsten krebszerstörenden Lymphozyten – erschöpft sind. Das kĂŒnstliches Protein Interleukin-10-Fc ist in der Lage, die erlahmte Abwehr zu revitalisieren.

Das vor einem halben Jahr aus der EPFL heraus gegrĂŒndete Unternehmen Leman Biotech hat mit seinem Protein im Mausversuch den Erfolg der Immuntherapie auf 90 Prozent erhöht. „In den letzten Monaten haben wir weitere prĂ€klinische Versuche mit verschiedenen Arten menschlicher Tumore durchgefĂŒhrt, die in MĂ€use transplantiert wurden“, sagt Li Tang vom EPFL-Labor fĂŒr Immunoengeneering. „Die Ergebnisse waren ebenso ermutigend, und die MĂ€use hatten eine normale Lebenserwartung.“

Nach den ersten vielversprechenden Ergebnissen meldete Tang mit Hilfe des TechnologietransferbĂŒros (TTO) der EPFL Patente an. GeschĂŒtzt wird nicht nur das Interleukin-10-Fc-Proteinfragment, das zur Umprogrammierung des T-Zell-Stoffwechsels verwendet wird, sondern auch die Zellen, die diese Fragmente tragen.

In einer ersten Finanzierungsrunde hat Leman Biotech beachtliche elf Millionen Dollar beschafft. Das spiegle das grosse Interesse an der Methode wider, heisst es in einer EPFL-Mitteilung vom Freitag. Das Unternehmen wird den Erlös nutzen, um seinen Betrieb schnell hochzufahren. „Wir haben bereits zwei Forschungslabors eröffnet – eines im neuen BiopĂŽle-GebĂ€ude in Epalinges (VD) und das andere in SĂŒdchina, wo unser MitgrĂŒnder ansĂ€ssig ist“, sagt Tang.

(text:sda/bild:unsplash)