26 November 2022

SP-Fraktion entscheidet am Samstag ├╝ber Frauen-Wahlticket

Nach einer hitzigen Debatte ├╝ber das weibliche Zweierticket der SP f├╝r die Wahl in den Bundesrat trifft sich am Samstag die SP-Fraktion. Sie entscheidet definitiv, wen die SP ins Rennen schickt. Der Parteirat l├Ąsst ihr mit seinem Vorschlag vom Vorabend freie Hand.

Der Parteirat liess sich am Freitagabend n├Ąmlich nicht auf die ├äste hinaus.Ein Dreierticket f├╝r die Sommaruga-Ersatzwahl lehnte er ab, ebenso eine namentliche Empfehlung von zwei Kandidatinnen f├╝r das Zweierticket.

Nach der Anh├Ârung der Berner Regierungsr├Ątin Evi Allemann, der jurassischen St├Ąnder├Ątin Elisabeth Baume-Schneider und der Baselst├Ądter St├Ąnder├Ątin Eva Herzog hielten die Delegierten des Parteirates in ihrer Empfehlung zuhanden der SP-Bundeshausfraktion fest, alle drei Kandidatinnen seien ausgezeichnet qualifiziert, um auf dem Zweierticket zu stehen.

Die SP hatte sich vor einer Woche im Grundsatz darauf geeinigt, der Bundesversammlung zwei Kandidatinnen vorzuschlagen. Interessant wird nach dem Vorschlag vom Freitagabend sein, ob die Fraktion am Samstag allenfalls auf ihren Entscheid f├╝r eine Zweierticket noch einmal zur├╝ckkommt.

Als Kronfavoritin gilt nach wie vor Eva Herzog. Die 60-J├Ąhrige geh├Ârt dem liberalen Fl├╝gel der SP an und ist damit vor allem f├╝r die b├╝rgerliche Mehrheit im National- und St├Ąnderat eine valable Option. Als Vertreterin eines Stadtkantons und einer starken Wirtschaft bringt Herzog gute Argumente f├╝r ein Amt im Bundesrat mit.

Evi Allemann kann ihrerseits gut vier Jahre Exekutiverfahrung in der Berner Kantonsregierung in die Waagschale werfen. Sie hat ferner 15 Jahre Erfahrung in der Parlamentsarbeit im Bundeshaus. Sie will diese Tr├╝mpfe f├╝r das Land und die Schweizer Bev├Âlkerung einsetzen. Die 44-j├Ąhrige Allemann sass von 2003 bis 2018 im Nationalrat.

Nur Aussenseiterchancen werden Elisabeth Baume-Schneider (58) einger├Ąumt. Dass sie antritt, d├╝rfte vor allem damit zusammenh├Ąngen, dass der Kanton Jura bisher noch nie einen Bundesrat gestellt hat. Als Hindernis k├Ânnte sich f├╝r sie erweisen, dass es mit ihrer Wahl in den Bundesrat eine lateinische Mehrheit in der Regierung g├Ąbe.

Doch auch die b├╝rgerlichen Parteien sind gegen├╝ber einer Wahl von Baume-Schneider skeptisch. Die Jurassierin politisiert deutlich links der Parteimitte. FDP-Parteipr├Ąsident Thierry Burkart liess in der Sonntagspresse verlauten, die Partei behalte sich vor, vom offiziellen Zweier-Ticket der SP abzuweichen, wenn Baume-Schneider auf dem SP-Frauen-Ticket f├╝r die Bundesratswahl stehen sollte.

Die SP-Fraktion war vor einer Woche mit dem Votum f├╝r ein Zweierticket dem Vorschlag der Parteileitung gefolgt. Bereits zuvor waren die Wogen inner- und ausserhalb der SP hoch gegangen. Der Z├╝rcher St├Ąnderat Daniel Jositsch, der Interesse an einer Kandidatur angemeldet hatte, musste verzichten.

Herzog in der Favoritinnen-Rolle

(text:pd/bild:archiv)