22 Juni 2023

Sozialdienst Region Jungfrau mit rund 400’000 Franken Gewinn

Die Jahresrechnung 2022 des SDRJ weist einen EinnahmenĂŒberschuss von CHF 389’987.60 aus, welcher vollumfĂ€nglich an die Verbandsgemeinden ausbezahlt wird. Damit werden den Verbandsgemeinden nicht zum ersten Mal ihre fĂŒr das Rechnungsjahr belasteten BetriebsbeitrĂ€ge vollstĂ€ndig zurĂŒckerstattet. Der anspruchsvolle Arbeitsalltag auf einem öffentlichen Sozialdienst, die damit verbundene aufwĂ€ndige und kostenintensive Personalfluktuation sowie der erneute Hinweis der Direktion fĂŒr Gesundheit und Soziales (GSI), dass die Fallpauschalen seitens der Gemeinden vollumfĂ€nglich fĂŒr die Personalkosten und nicht fĂŒr die Betriebskosten zu verwenden seien, haben den Vorstand veranlasst, die Personalaufwendungen fĂŒr das Jahr 2024 höher zu budgetieren und dementsprechend von den Verbandsgemeinden die vom Gesetzgeber vorgesehenen, im Vergleich zu den Vorjahren deutlich höheren BetriebsbeitrĂ€ge einzufordern.

Das anders gewichtete Budget 2024 setzt Ressourcen zu Gunsten des Personaletats frei. Diese sollen im 2024 und 2025 in je einer Etappe einem moderaten Ausbau der Pensen der Fachleitungen (2024) und der Sachbearbeitung (2025) dienen. Damit können die Sozialarbeitenden zum einen mit einer intensivierten EinfĂŒhrung und einer fortlaufenden Beratung in den zahlreichen komplexen Fach- und Rechtsgebieten noch besser unterstĂŒtzt und in aufwĂ€ndigen Sachaufgaben kompetent entlastet werden. Es ist zu hoffen, dass dies die AttraktivitĂ€t eines geographisch eher peripher gelegenen Sozialdienstes lĂ€ngerfristig erhĂ€lt oder sogar erhöht. Denn Sozialarbeitenden erleben oft erst mit mehrjĂ€hriger Erfahrung und Routine die Freude und Energie, welche dieses spannende und vielseitige Arbeitsfeld zu bieten hat.

Emanuel SchlĂ€ppi, VorstandsprĂ€sident des SDRJ seit Juli 2022, nutzte sein erstes Amtsjahr intensiv, um den Betrieb und die operative FĂŒhrungsebene kennenzulernen und zu unterstĂŒtzen und sich ein Bild davon zu machen, wie der Vorstand den offensichtlich gut funktionierenden Betrieb strategisch am nachhaltigsten unterstĂŒtzen könnte. Damit kann nun der kurzzeitig unterbrochene Prozess einer Überarbeitung des Organisationsreglements inklusive der Frage der optimalen Zusammensetzung des Vorstands weiterbearbeitet werden. Die Gemeinden dĂŒrfen bis zur nĂ€chsten Abgeordnetenversammlung 2024 mit einem entsprechenden Einbezug, Dialog und konstruktiven AntrĂ€gen seitens des Vorstands rechnen.

(text:pd/bild:unsplash)