14 November 2021

Sorge um Gesundheit: Queen fehlt bei Weltkriegsgedenken

Diesen Termin wollte die Queen sicherlich auf keinen Fall verpassen: Die britische K├Ânigin Elizabeth II. hat am Sonntag kurzfristig ihre Teilnahme an der traditionellen Zeremonie zum Remembrance Sunday abgesagt, dem Gedenken an die Gefallenen ihres Landes und des Commonwealth. Grund daf├╝r sei ein verstauchter R├╝cken, wie der Palast mitteilte. Es w├Ąre der erste ├Âffentliche Auftritt der 95 Jahre alten Monarchin nach einem Krankenhausaufenthalt im Oktober gewesen. Die Absage d├╝rfte die Spekulation ├╝ber die Gesundheit der K├Ânigin nun wieder befeuern.

„Die Queen hat, nachdem sie sich den R├╝cken verstauchte, mit grossem Bedauern entschieden, dass sie nicht an der heutigen Zeremonie zum Remembrance Sunday am Cenotaph (der zentralen Gedenkst├Ątte, Anm. d. Red.) teilnehmen kann“, teilte der Palast am Morgen mit. Die K├Ânigin sei „entt├Ąuscht“, so die Mitteilung weiter.

Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, soll die Verstauchung erst vor kurzem aufgetreten sein und nicht im Zusammenhang mit dem Rat ihrer ├ärzte vom vergangenen Monat stehen, sich zu schonen. Demnach habe es Bedenken gegeben, ob die Anfahrt im Auto und das Stehen w├Ąhrend der Zeremonie ihre Genesung beeintr├Ąchtigen k├Ânnten. Die K├Ânigin bleibe daher in Windsor.

Umso mehr waren die Augen auf Prinz Charles gerichtet. Der „ewige Thronfolger“ wurde am Sonntag 73 Jahre alt. Er ├╝bernimmt schon seit einigen Jahren die Kranzniederlegung f├╝r seine Mutter beim Remembrance Sunday. Zu seinem Geburtstag postete der Palast auf dem Twitter-Account der K├Ânigsfamilie ein Foto von Charles und seiner Mutter. Auf dem Schwarz-Weiss-Bild aus lang vergangenen Tagen ist zu sehen, wie die K├Ânigin l├Ąchelnd einen Handkuss von ihrem ├Ąltesten Sohn entgegennimmt.

Die Queen hatte im Oktober zun├Ąchst eine Reise nach Nordirland abgesagt und anschliessend zu Untersuchungen eine Nacht im Krankenhaus verbracht. Was genau der K├Ânigin fehlte, wurde nicht bekannt. Sie sagte jedoch auf medizinischen Rat weitere Termine ab, unter anderem auch den geplanten Besuch bei der UN-Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow. Beim wichtigen Weltkriegsgedenken am Remembrance Sunday, das sie ├╝berhaupt nur sechs Mal in ihrer beinahe sieben Jahrzehnte langen Regentschaft verpasste, sollte sie aber dabei sein. Das ganze Land zollt im November mit Ansteckern in Form roter Klatschmohnbl├╝ten aus Papier oder Plastik den Gefallenen seinen Respekt.

Etwas Aufatmen gab es f├╝r die besorgten Untertanen, als Elizabeth II. Anfang November in einer Videobotschaft die Staats- und Regierungschefs bei der COP26 energisch zum Handeln in der Klimakrise aufrief. Auch Fotos, auf denen die Queen am Steuer eines Wagens auf dem Gel├Ąnde von Schloss Windsor zu sehen war, beruhigten die Briten etwas.

Die K├Ânigin gilt als z├Ąh und ├Ąussert pflichtbewusst. Bis vor kurzem absolvierte sie ein straffes Programm an ├Âffentlichen Auftritten und Terminen. Selbst nach dem Tod ihres Mannes Prinz Philip, der im April im Alter von 99 Jahren gestorben war, g├Ânnte sie sich nur wenige Tage Ruhe. Doch das Fehlen der Queen beim Remembrance Sunday d├╝rfte Fragen aufwerfen, ob die zunehmend angeschlagene Gesundheit der greisen Monarchin die geplanten Feierlichkeiten zu ihrem 70. Thronjubil├Ąum im kommenden Jahr ├╝berschatten k├Ânnte.

Beim Remembrance Sunday zollt das Vereinigte K├Ânigreich seinen gefallenen Soldaten Respekt. Die Royals legen Kr├Ąnze am Cenotaph, einem symbolischen Grabmal im Londoner Regierungsviertel, nieder. Die Queen wollte die Zeremonie eigentlich von einem Balkon im nahe gelegenen Aussenministerium aus beobachten. Wie ernst die K├Ânigin dieses Gedenken nimmt, wurde vor zwei Jahren deutlich: Elizabeth II. rollten dabei Tr├Ąnen ├╝bers Gesicht.

Neben Charles und seiner Frau, Herzogin Camilla (74), nahmen am Sonntag auch Prinz William und Herzogin Kate (beide 39) und weitere Royals an dem Gedenken teil.

(text:sda/bild:unsplash)