Sommer 2026: Kein einziger Schneetag auf 2’000 M.ü.M.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Saison 2026/27 schneearm wird. Denn ein klarer Zusammenhang zwischen Hitzesommer und dem darauffolgenden Winter existiert nicht, erklärt Marty: «Es gibt kein einheitliches Muster.» Er hat sich die Messreihen für Andermatt (UR, 1440 m ü. M.) und das Versuchsfeld Weissfluhjoch angeschaut. Die Winter 2022/23 und 2015/16 waren tatsächlich schneearm. 2018/19 und 2003/04 zeigte sich hingegen ein gemischtes Bild: In Andermatt lag so viel Schnee wie in anderen Jahren auch, auf dem Versuchsfeld Weissfluhjoch sogar mehr als üblich. Und auf den Hitzesommer 1947 folgte an beiden Orten ein schneereicher Winter.
Eindeutiger ist das Bild beim Einschneien, also der Startzeitpunkt der kontinuierlichen Winterschneedecke. Hierfür hat Marty Werte aus den Gemeinden Mürren (BE) und Davos verglichen, wo im langjährigen Durchschnitt am 19. beziehungsweise 17. November erstmals die Schneedecke geschlossen ist. «Das Einschneien hat nach Hitzesommern immer später als normal stattgefunden», hat er beobachtet. In Mürren kam der Schnee zwei bis neunzehn Tage später, in Davos einen bis siebenundvierzig. Sollte es wieder so lange dauern, wird es demnach 2027, bis der Ort unter einer geschlossenen Schneedecke liegt.
(text:pd/bild:zvg sfl, christoph suter)