2 Oktober 2022

Sommaruga will mit tieferen PrÀmien hohe Energiepreise abfedern

Personen und Familien mit tiefen Einkommen sollten nach Ansicht von BundesrÀtin Simonetta Sommaruga wegen der steigenden Energiepreise entlastet werden.

„Man könnte zum Beispiel bei den KrankenkassenprĂ€mien ansetzen und diese fĂŒr HĂ€rtefĂ€lle stark verbilligen“, sagte Sommaruga in einem Interview mit der „NZZ am Sonntag“. Sie hoffe, dass die Arbeitsgruppe, die der Bundesrat eingesetzt habe, zu Ă€hnlichen SchlĂŒssen komme.

Mit Blick auf die vermutlich durch Sabotage verursachten Lecks in den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 sagte die Energieministerin, dass es zu den Ursachen nur Vermutungen gebe. Sollte sich wirklich herausstellen, dass es Sabotage war, wĂ€re dies eine weitere Eskalation im Energiekrieg, den Putin gegen Europa fĂŒhre.

Die Lecks hĂ€tten fĂŒr die Schweiz aber keine unmittelbaren Folgen, weil durch diese Pipelines kein oder kaum mehr Gas komme. Auf die Frage, ob die Energie-Infrastruktur in der Schweiz geschĂŒtzt sei, sagte Sommaruga, es gebe keine umfassende Sicherheit, schon gar nicht bei so weitverzweigten Gas- und Stromnetzen.

Umso wichtiger sei es, dass der Nachrichtendienst sehr wachsam sei. Er informiere den Bundesrat laufend. Alle Staaten seien verwundbar.

Sommaruga nahm auch zu ihrem VerhĂ€ltnis mit dem scheidenden Bundesrat Ueli Maurer Stellung. Es gebe wenige BundesrĂ€te, mit denen sie so viel gestritten habe wie mit Maurer. „Aber wir mögen uns trotzdem.“ Und sie verbinde die gemeinsame Leidenschaft fĂŒr die klassischen Musik.

Sie schÀtze an Maurer seine direkte Art. Man könne gut mit ihm streiten, ohne dass die menschliche Seite darunter leide. Politisch habe sie selbstverstÀndlich viele Differenzen mit Maurer. Dieser sei aber auch ein guter Verlierer. Er nehme es sportlich, wenn er seine Anliegen nicht durchbringe.

(text:sda/bild:sda)