24 Februar 2023

Sojus-Kapsel zu ungew├Âhnlicher “Rettungsboot”-Mission gestartet

Als Ersatz f├╝r eine besch├Ądigte Raumf├Ąhre an der Internationalen Raumstation ist eine unbemannte Sojus-Kapsel zur ISS gestartet. Die Sojus MS-23 hob am Freitag vom russischen Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbeh├Ârde Nasa zeigten.

Mit rund 430 Kilogramm Ladung f├╝r die Besatzung an Bord, darunter medizinische Ger├Ąte und Ausr├╝stung f├╝r wissenschaftliche Experimente, soll die Kapsel am Sonntag um 2.01 Uhr MEZ an der ISS andocken.

Die ungew├Âhnliche Mission war n├Âtig geworden, weil die an der ISS angedockte F├Ąhre MS-22 ein Leck hat – wohl verursacht von einem Mikrometeoriten. Die austretende Fl├╝ssigkeit am K├╝hlsystem liess die R├╝ckkehr von zwei Russen und einem US-Amerikaner riskant erscheinen.

Plan ist nun, dass die Kosmonauten Sergej Prokopjew und Dmitri Petelin sowie Nasa-Astronaut Frank Rubio, die im September mit der MS-22 zur ISS gekommen waren, voraussichtlich im Herbst mit der MS-23 zur Erde zur├╝ckkehren sollen. Die besch├Ądigte Kapsel MS-22 wiederum k├Ânnte in der Zwischenzeit unbemannt von der ISS zur├╝ckfliegen.

Neben Prokopjew, Petelin und Rubio sind derzeit auch noch Nicole Mann, Josh Cassada, Koichi Wakata und Anna Kikina – die sogenannte “Crew-5” – an Bord der ISS. Kommende Woche wird zus├Ątzlich die “Crew-6” erwartet – die US-Amerikaner Stephen Bowen, Warren Hoburg, der Russe Andrej Fedjajew und der Emirati Sultan al-Nijadi. Wenige Tage nach ihrer Ankunft mit einem “Crew Dragon” der privaten Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk soll die “Crew-5” dann zur Erde zur├╝ckkehren.

Bei der Raumstation rund 400 Kilometer ├╝ber der Erde arbeiten Russland und die USA zwar seit mehr als 20 Jahren eng zusammen, das Verh├Ąltnis war wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine vor genau einem Jahr in eine schwere Krise geraten. Im Weltall kooperieren beide L├Ąnder aber nach wie vor.

Der wissenschaftlich-technische Rat der russischen Raumfahrtbeh├Ârde Roskosmos hatte der Staatsagentur Tass zufolge vor wenigen Tagen “nach eingehenden Beratungen” beschlossen, das russische Segment der ISS bis 2028 weiter zu nutzen.

(text:sda/bild:unsplash)