10 Januar 2024

Sika wächst dank Grossakquisition deutlich

Der Bauchemiekonzern Sika hat auch im Geschäftsjahr 2023 ein hohes Wachstumstempo angeschlagen. Vor allem eine grosse Akquisition trieb den Umsatz. Auf der anderen Seite hatten die Innerschweizer mit dem starken Franken zu kämpfen.

Der Umsatz kletterte um 7,1 Prozent auf 11,24 Milliarden Franken, wie Sika am Mittwoch in einem Communiqu√© bekannt gab. W√§hrungseffekte schm√§lerten die Verk√§ufe aber um deutliche 7,4 Prozent – in Lokalw√§hrungen gerechnet w√§re Sika also um 14,5 Prozent gewachsen. Nahezu alle W√§hrungen haben sich gegen√ľber dem Schweizer Franken stark abgewertet.

Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas höheren Umsatz von 11,41 Milliarden Franken gerechnet. Sika hatte allerdings auch ein deutlicheres Wachstum von mindestens 15 Prozent in Aussicht gestellt.

Der Konzern strich derweil das organische Wachstum von 1,2 Prozent mit seinen Produkten heraus, die etwa zur Verstärkung und Abdichtung von Baumaterialien verwendet werden. Und das in einem organisch schrumpfenden Markt, wie Sika in dem Communiqué betonte.

Das wichtigste Ereignis im Berichtsjahr war die im Mai abgeschlossene √úbernahme des Mitbewerbers MBCC aus Deutschland. Mit dem fr√ľheren Bauchemie-Gesch√§ft von BASF kommt Sika zu einem zus√§tzlichen Jahresumsatz von 2,1 Milliarden Franken.

Das pr√§gte das Bild in 2023: Den Akquisitionseffekt bezifferte Sika auf 13,3 Prozent. Nicht weniger als 22 √úbernahmen hat Sika in den letzten f√ľnf Jahren get√§tigt, darunter befand sich mit Parex (2019) eine weitere Grossakquisitionen.

Nicht zuletzt dank der MBCC-Übernahme wuchs Sika 2023 in allen drei bearbeiteten Marktregionen um rund 15 Prozent in Lokalwährungen. In der Region Americas (+14,9 Prozent) etwa stamme das Wachstum alleine aus der besagten Übernahme, hiess es.

In den USA habe die Baukonjunktur dank staatlichen F√∂rderprogrammen von Infrastrukturprojekten profitiert, erkl√§rte Sika weiter. Auch in der Region Europa, Mittlerer Osten, Afrika (EMEA +14,8 Prozent) habe das Unternehmen von Programmen zur Konjunkturf√∂rderung profitiert. Verhalten liefen die Gesch√§fte hier aber in Deutschland und √Ėsterreich sowie in Nordeuropa.

Das Segment „Global Business“, in dem Klebstoffe und Dichtmittel f√ľr die Autobauer produziert werden, setzte 10,0 Prozent mehr um. Hier habe zuletzt der Streik in der US-Automobilindustrie die Gesch√§fte etwas gebremst.

Gleichzeitig best√§tigt Sika die Gewinnziele f√ľr das Jahr 2023. Der Betriebsgewinn EBIT soll, ohne die Akquisition zu ber√ľcksichtigen, noch st√§rker als der Umsatz zulegen.

Sika best√§tigte gleichzeitig die mittelfristigen Ziele der „Strategie 2028“. Gem√§ss dieser soll der Umsatz j√§hrlich um 6 bis 9 Prozent wachsen und die Betriebsgewinn-Marge vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) auf 20 bis 23 Prozent steigen (2022: 18,7 Prozent). Der Wechsel zum EBITDA als Kennzahl geschieht, um Verzerrungen aufgrund der √úbernahmen zu eliminieren.

Den vollständigen Jahresabschluss wird Sika am 16. Februar vorlegen.

(text:sda/bild:keystone)