Siegeridee zur Munitionsbergung aus Schweizer Seen steht fest
Ein Expertengremium hat die drei besten Vorschläge für die umweltschonende und sichere Bergung von Munition aus Schweizer Seen ausgewählt. Die Vorschläge liefern wichtige Ansätze für weitere Untersuchungen – eine konkrete Bergung ist aber nicht geplant, solange das Monitoring keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt zeigt.
Den ersten Preis und 30’000 Franken erhält ein Vorschlag der niederländischen Unternehmen Royal IHC Defence (Kinderdijk) und REASeuro (Riel). Die Idee: Eine luftgefüllte Taucherglocke, welche den Arbeitsbereich während der Bergung vollständig vom See trennt.
Platz zwei geht an die Helbling Technik Wil AG (15’000 Franken). Sie schlägt ein fahrbares System vor, bei dem eine modifizierte Strandreinigungsmaschine mit Abdeckung aufwirbelnde Sedimente zurückhält.
Den dritten Preis und 5’000 Franken erhält die Walo Bertschinger AG. Ihr Konzept: Ein geschlossener Kubus, in dem die Munition mit einem Schneckenförderer geborgen wird.
Insgesamt wurden 214 Vorschläge eingereicht. Fachleute aus Behörden, Instituten und Hochschulen beurteilten sie nach Machbarkeit, Umweltverträglichkeit, Räumleistung und -Qualität sowie der zu erwartenden Schlickmenge zur Entsorgung. Die ausgezeichneten Beiträge haben aufgrund der Bewertung die höchsten Gesamtpunktzahlen erreicht. Die technische Prüfung war anspruchsvoll und erforderte daher mehr Zeit.
Die prämierten Konzepte bilden eine wichtige Basis für weitere Abklärungen und mögliche zukünftige Forschungsprojekte zur umweltschonenden und sicheren Munitionsbergung aus Schweizer Seen.
Zwischen 1918 und 1964 wurden rund 8’000 Tonnen Munition im Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee versenkt. Obwohl die laufenden Messungen bisher keine schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zeigen, haben die seit 2005 regelmässig durchgeführten Gefährdungsabschätzungen belegt, dass jede Bergungsmethode Risiken für das empfindliche Ökosystem mit sich bringt.
(text:pd/bild:unplash)