19 November 2021

Sicherheitsdirektoren wollen ID-Pflicht an Fussballspielen

Damit die Sicherheit an Fussballspielen erh├Âht und die Strafverfolgung von Hooligans verbessert werden kann, sollen ab der Saison 2022/2023 nur noch personalisierte Tickets ausgestellt werden. Das fordert die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektionen.

An einem Fussballspiel soll also immer eine Identit├Ątskarte vorgewiesen werden m├╝ssen. Die Regierungskonferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektionen (KKJPD) hat diese Forderung am Freitag bei ihrem Treffen in Mendrisio TI beschlossen.

Als n├Ąchstes m├╝ssen die Bewilligungsbeh├Ârden der entsprechenden Kantone und St├Ądte entscheiden, erkl├Ąrte der Luzerner Sicherheitsdirektor Paul Winiker gegen├╝ber Keystone-SDA. Diese werden sich am 10. Dezember zu einer Versammlung treffen. Winiker erwartet, dass die Beh├Ârden an diesem Treffen der Forderung der KKJPD einstimmig zustimmen werden. Wenn auch nur ein Kanton oder eine Stadt ausschere, gehe die Wirkung verloren, sagte Winiker.

An der Versammlung der KKJPD sei vor dem Entscheid noch diskutiert worden, ob die Regelung auf die 2. Liga oder auf Eishockeyspiele ausgeweitet werden solle. Davon habe man vorerst Abstand genommen, sagte Winiker. Zudem sei der Vorschlag des Fussballverbands diskutiert worden, als Massnahme gegen Ausschreitungen den G├Ąstesektor zu schliessen.

Das sei eine Option, die die Vereine oder der Verband bei Bedarf tun k├Ânnten. Als Grundmassnahme sollen jetzt die personalisierten Tickets eingef├╝hrt werden. Bereits seit einigen Wochen sei eine Taskforce daran, die Umsetzung zu pr├╝fen, sagte Winiker.

In der Vergangenheit war es insbesondere im Rahmen von Fussballspielen mehrfach zu Ausschreitungen gekommen. Im Juni 2016 haben die Konkordatskantone, die Swiss Football League und die Clubs Empfehlungen zur Umsetzung des Hooligan-Konkordats erlassen. Im Vordergrund stand eine verst├Ąrkte Beweissicherung, um gewaltt├Ątige Personen zu identifizieren und zu sanktionieren.

Dennoch kam es immer wieder zu massiven Ausschreitungen, teils mit hohen Sachsch├Ąden. So zuletzt etwa beim Z├╝rcher Derby Ende Oktober, als eine Gruppe aus FCZ-Fans auf den GC-Sektor zulief und Pyros und Feuerwerksk├Ârper in die GC-Kurve feuerte. Und St. Galler Hooligans demolierten nach dem Match in Luzern Busse der Verkehrsbetriebe Luzern und z├╝ndeten am Bahnhof B├Âller und Petarden.

Die Swiss Football-League lancierte daraufhin die Diskussion, die Gastsektoren in den Fussballstadien zu schliessen, um die friedlichen Fans zu sch├╝tzen.

Die Polizei- und Sicherheitsdirektorinnen und -Direktoren trafen sich am Donnerstag und Freitag in Mendrisio TI. Am Donnerstag stand ein Austausch mit Bundesr├Ątin Karin Keller-Sutter und Vertretern der Amtsleitungen vom Bundesamt f├╝r Migration, vom Bundesamt f├╝r Justiz, und von der Bundespolizei auf dem Programm. Es wurden verschiedene Themen im Polizei-, Migrations- und Zivilstandsbereich diskutiert.

(text:sda/bild:unsplash)