21 Februar 2024

Genf-Servette on „Top of Europe“

Bravo Servette! Der HC Genf-Servette, in der National League zwei Wochen vor Ende der Qualifikation nur auf dem 8. Platz, gewinnt mit einem 3:2 im packenden Final gegen Skelleftea AIK aus Schweden die Champions Hockey League.

Die Servettiens n├╝tzten vor 7135 Zuschauern in der ausverkauften Les-Vernets-Halle den Heimvorteil perfekt aus. Die Genfer legten los wie die Feuerwehr und gingen schon nach sechs Minuten durch Eliot Berthon in F├╝hrung. Berthon traf zum ersten Mal in der Champions League.

Die Schweden kamen erst in der 10. Minute zum ersten Abschlussversuch, glichen dennoch aber in der 12. Minute durch den Letten Martins Dzierkals zum 1:1 aus. Servette liess sich vom unerwarteten Gegentor nicht aus der Ruhe bringen. Noch vor der ersten Pause gelang dem Heimteam innerhalb von 59 Sekunden mit Powerplay-Toren durch Sakari Manninen und Daniel Winnik der letztlich vorentscheidende Doppelschlag.

Dabei profitierte Servette von den nur in der Champions Hockey League geltenden Sonderregeln. Als Sakari Manninen den Gen├Ęve-Servette Hockey Club in der 18. Minute in ├ťberzahl 2:1 in F├╝hrung brachte, durfte der auf der Strafbank schmorende Oscar Lindberg nicht wie sonst ├╝blich aufs Eis zur├╝ck. Er musste auch noch die letzten 59 Sekunden seiner Strafe absitzen. Und dieses 59-sek├╝ndige zus├Ątzliche Powerplay n├╝tzte Servette zum 3:1 durch Winnik.

Und dann? Noch blieben Skelleftea mehr als zwei Drittel der Spielzeit f├╝r einen Umschwung. Servette geriet aber erst sp├Ąt ins Wanken, obwohl AIK den zweiten Abschnitt ├╝berlegen gestaltete. Die Schweden wollten mit Taktik gegen das Genfer Talent bestehen. Aber Servette verteidigte das Tor von Star-Goalie Jussi Olkinuora geschickt und leidenschaftlich. Am Ende l├Ąsst sich sagen, dass Servette auch taktisch und diszipliniert dem Gegner leicht ├╝berlegen war.

├äusserst spannend wurde es am Ende trotzdem noch. Anton Heikkinen verk├╝rzte zw├Âlf Minuten vor Schluss auf 2:3. Und Heikkinen bot sich in der 51. Minute auch noch die beste Ausgleichschance. Sp├Ąter hatte der Kanadier Dylan Sikura das 3:3 auf dem Stock. Und im Finish konnte Skelleftea auch noch w├Ąhrend zwei Minuten zuerst mit f├╝nf gegen vier, sp├Ąter mit sechs gegen vier Powerplay spielen.

Den entscheidenden Unterschied legte Servette aber ausgerechnet in Skellefteas Spezialdisziplin. Die Schweden verf├╝gen in dieser Saison mit einer Erfolgsquote von 35,6 Prozent ├╝ber das beste Powerplay eines Teams in einer bedeutenden Liga. Servette erzielte aber im Final zwei Powerplay-Tore (aus drei Chancen), derweil sich Skelleftea in ├ťberzahl bei ebenfalls drei Chancen nie ├╝ber l├Ąngere Zeit vor dem Genfer Geh├Ąuse festsetzen konnte.

Sicher ist auch: Die Saison 2023/24 wird f├╝r den GSHC eine erfolgreiche sein – egal was die n├Ąchsten Wochen in der National League noch bringen oder eben nicht bringen. Die grandiose Final-Leistung wird Servette Auftrieb geben. Und wenn es Servette noch ins Playoff schafft, werden die Gegner schon sehr gut spielen m├╝ssen, um Genf in die Schranken weisen zu k├Ânnen.

(text:sda/bild:keystone)