3 Mai 2023

13-J├Ąhriger erschiesst in serbischer Schule neun Menschen

Ein 13-J├Ąhriger hat in seiner eigenen Schule in Belgrad am Mittwochmorgen ein Blutbad angerichtet. Er ging in seine eigene Klasse und schoss mit einer Handfeuerwaffe auf Mitsch├╝ler und weiteres Personal. Dabei t├Âtete er neun Menschen – acht Sch├╝ler sowie einen Wachmann, wie Veselin Milic, der Direktor der Belgrader Polizei, am Nachmittag bei einer Pressekonferenz in der serbischen Hauptstadt mitteilte. Sechs weitere Sch├╝ler und eine Lehrerin erlitten Verletzungen. Das Land ist im Schock.

Der Teenager rief nach der Tat selbst die Polizei an, Beamte nahmen ihn fest. Er sei im Juli 2009 geboren, sagte Milic auf Nachfrage von Reportern. Damit ist er nach serbischer Gesetzeslage nicht strafm├╝ndig und kann nicht vor Gericht gestellt werden. Die Polizei nahm im Laufe des Tages seine Eltern fest. Der Junge wurde nach seiner Festnahme in eine Klinik f├╝r Neuropsychiatrie gebracht.

„Dies ist einer der schwersten Tage in der modernen serbischen Geschichte“, sagte Staatspr├Ąsident Aleksandar Vucic am Abend vor der Presse. Serbien sei in der Trauer vereint. Die Regierung hatte bereits Stunden zuvor eine dreit├Ągige Staatstrauer angeordnet.

Der Junge habe die Tat ├╝ber einen langen Zeitraum hinweg geplant, f├╝hrte Polizeidirektor Milic weiter aus. Die zwei Pistolen, die er bei sich hatte, geh├Ârten dem Vater. Dar├╝ber hinaus habe er vier Brands├Ątze vorbereitet gehabt, die er aber nicht zum Einsatz brachte.

Auf dem Schreibtisch zu Hause h├Ątten die Polizeibeamten eine Skizze ├╝ber die baulichen Gegebenheiten der Schule gefunden sowie eine Liste mit den Namen potenzieller Opfer. „Die Skizze sieht in etwa aus wie etwas aus einem Video-Spiel oder einem Horrorfilm“, sagte Milic. Die Motive blieben zun├Ąchst unklar.

Der Vater des 13-J├Ąhrigen besass demnach einen g├╝ltigen Waffenschein. Die Polizei verd├Ąchtigt ihn, sie nicht vorschriftsgem├Ąss verwahrt zu haben. Der Junge h├Ątte keinen Zugang zu ihnen bekommen d├╝rfen. Wie Pr├Ąsident Vucic in seiner Pressekonferenz darlegte, handelt es sich bei dem Vater um einen „vorbildlichen Arzt“. Zugleich dr├╝ckte er seine Verwunderung dar├╝ber aus, dass der Vater mit dem Sohn zu einem Schiessstand gegangen sei und mit ihm das Schiessen ge├╝bt habe.

Wie in anderen Balkanl├Ąndern sind auch in Serbien Gewalttaten im Alltag nicht selten. Blutige Abrechnungen unter kriminellen Banden sowie innerfamili├Ąre Morde an Frauen und Kindern sind relativ h├Ąufig. Dass aber ein Kind solche eine Tat ver├╝bt, ist neu in Serbien.

Die Bluttat l├Âste auch international Reaktionen des Mitgef├╝hls und der Betroffenheit aus. „Wir m├Âchten den Familien und Angeh├Ârigen der Opfer unser tiefes Beileid aussprechen“, sagte der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell in Br├╝ssel.

(text:sda/bild:sda)