12 Juni 2023

Selenskyj verurteilt Sch├╝sse auf Rettungsboote

Die ukrainische Staatsf├╝hrung hat Russland t├Âdliche Sch├╝sse auf Rettungsboote mit fliehenden Zivilisten im gefluteten Kriegsgebiet Cherson vorgeworfen. “Sogar Tiere haben mehr Moral als Sie, russischer Staat”, sagte Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj in seiner am Sonntag in Kiew verbreiteten allabendlichen Videobotschaft. “Russische Terroristen beschiessen weiter Evakuierungswege, Evakuierungspunkte, Boote, die die Menschen wegbringen.”

Ein solches Boot mit 21 Menschen war laut ukrainischen Beh├Ârden am Sonntag von Russen beschossen worden, w├Ąhrend die Zivilisten sich aus dem russisch besetzten Teil des Gebiets Cherson im S├╝den des Landes in Sicherheit bringen wollten. Drei Menschen seien get├Âtet und zehn verletzt worden. Die Angaben liessen sich nicht unabh├Ąngig best├Ątigen.

Erst habe Russland den Kachowka-Staudamm gesprengt, dann die Menschen in dem ├ťberschwemmungsgebiet ihrem Schicksal ├╝berlassen, und nun werde auch noch auf sie geschossen, wetterte Selenskyj. Er sagte, Vertreter des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag h├Ątten sich in Cherson selbst ein Bild von der Lage gemacht und mit der Untersuchung der Katastrophe begonnen. Das rechte Ufer des Dnipro-Flusses ist unter ukrainischer Kontrolle.

“Dieses Untersuchung ist sehr wichtig f├╝r die Sicherheit der ganzen Welt”, sagte Selenskyj. Eine Bestrafung Russlands sei Voraussetzung daf├╝r, dass sich dieses B├Âse in der Welt nicht wiederhole. Selenskyj zufolge sind bisher etwa 4000 Menschen gerettet worden. Dutzende St├Ądte und D├Ârfer seien noch ├╝berschwemmt, am schlimmsten sei die Lage weiter im russisch besetzten Teil des Gebiets Cherson auf der linken Dnipro-Uferseite. Die Evakuierung dauere an.

Nach der Zerst├Ârung des Staudamms am Dienstag wurde die Zahl der Hochwasseropfer mit inzwischen 14 angegeben, davon acht in dem von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson. Allein dort gelten noch 35 Menschen als vermisst, darunter sieben Kinder. Zwar sinkt das Hochwasser inzwischen, aber die Folgen des Dammbruchs sind verheerend. Experten sprechen von einer schweren Umweltkatastrophe. Russland weist jegliche Verantwortung zur├╝ck und behauptet, ukrainische Kr├Ąfte h├Ątten den Staudamm mit Raketen beschossen.

(text:sda/bild:sda)