14 Oktober 2026

Selenskyj kritisiert Trumps Kurs im Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fühlt sich durch den Diesel-Deal von US-Präsident Donald Trump mit Russland und andere Schritte der US-Führung betrogen. Auf eine entsprechende Frage des britischen Moderatoren Piers Morgan antwortete Selenskyj während seines Besuchs in London: „In der Tat, ja, unter uns gesagt.“ Zu den Handlungen von Trump sagte er, das sei „nicht die richtige Seite der Geschichte“.

Morgan schloss in seine Frage auch Trumps Behauptung ein, dass ein Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine vereinbart worden sei. Dem seien russische Bombardements auf ukrainische Energieanlagen gefolgt. Selenskyj sagte, die Lage sei komplizierter als seine Emotionen, es gehe nicht nur um ihn. „Unser Land muss überleben“, sagte er.

Trump hatte nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf seiner Plattform Truth Social verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen. Dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden.

„Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren“, beschrieb Selenskyj seine Reaktion. Die Ukraine könne sich keine Schwäche erlauben. „Wir verkaufen unser Land nicht.“ Es gehe nicht um Business, sondern um das Leben, das eigene Land. Es sei schmerzhaft, wenn Trump nicht ihre Seite wähle, sagte der ukrainische Präsident. Es sei okay, wenn der US-Präsident „in der Mitte“ stünde. „Aber wenn man in der Mitte ist, muss man in der Mitte bleiben.“ Er wisse nicht, wer Trump auf die falsche Seite dränge. „Aber das ist nicht die richtige Seite der Geschichte“, sagte Selenskyj.

(text:sda/archivbild:keystone)