13 Oktober 2021

Schwere Vorw├╝rfe gegen Genfer Choreographen

Der Direktor und Choreograph der Genfer Tanzgruppe Alias steht in der Kritik. Mehrere T├Ąnzerinnen werfen ihm sexuellen Missbrauch vor.

Der Choreograph habe sie mehrfach unsittlich ber├╝hrt, zitiert die Westschweizer Tageszeitung „Le Temps“ rund ein Dutzend betroffener Frauen. Der Choreograph bestreitet, sich unsittlich verhalten zu haben. Er f├╝gte hinzu, seine Gesten seien wohl missverstanden worden.

V├Âllig anders schildert Madeleine Raykov, eine der betroffenen Frauen, die ├ťbergriffe. Der Choreograph habe sie w├Ąhrend der Proben an Hintern und Br├╝sten ber├╝hrt. Sie habe sich unwohl gef├╝hlt und sich gefragt, ob das normal sei. Gesagt habe sie aber nichts.

Der Berufsverband Syndicat Suisse Romand du Spectacle (SSRS) liess verlauten, dass ihm mehrere Personen bekannt seien, die die gleichen Erfahrungen mit dem Choreographen gemacht h├Ątten. Dabei h├Ątten diese Frauen auch andere Formen von Missbrauch erw├Ąhnt.

Der Verband fordert, dass die Stadt Genf eine Anh├Ârung durchf├╝hrt und so schnell wie m├Âglich veranlasst, dass Massnahmen zum Schutz der Besch├Ąftigten ergriffen werden. Es ist nicht das erste Mal, dass dem Choreographen sexuelle Bel├Ąstigung vorgeworfen wird.

Im November 2018 hatte eine junge T├Ąnzerin, die an einem Kurs des Choreographen teilgenommen hatte, eine Beschwerde gegen ihn eingereicht. Ende August 2021 verurteilte das Bezirksgericht Lausanne den Choreographen zu einer Freiheitsstrafe von f├╝nf Monaten auf Bew├Ąhrung und 5000 Franken Schmerzensgeld. Der Choreograf hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

(text:sda/bild:beo)