14 Juli 2022

Schweizer Startup-Firmen nehmen so viel Geld ein wie noch nie

In der Schweiz ist das Interesse finanzkr├Ąftiger Anleger an der Gr├╝nderszene nach wie vor gross. In der ersten Jahresh├Ąlfte sind erneut Rekordsummen in Startup-Firmen investiert worden. Allerdings k├Ânnte es mit der Rekordjagd schon bald vorbei sein.

Im ersten Halbjahr 2022 sind hierzulande 2,59 Milliarden Franken als Risikokapital an Startup-Firmen geflossen, wie das Online-Newsportal Startupticker.ch und die Investorenvereinigung SECA Swiss Private Equity & Corporate Finance Association am Donnerstag mitteilten. Das ist Rekord und verglichen mit dem bereits guten Vorjahr ein Plus von fast 50 Prozent.

Die Berichterstattung ├╝ber Startup-Investments und Akquisitionen hinkt laut SECA allerdings den realen Vertragsabschl├╝ssen immer um einige Monate hinterher. Die derzeit guten Zahlen seien Zeuge vom Aufschwung der Nach-Corona-Zeit.

Die Zahl der durchgef├╝hrten Finanzierungsrunden kletterte um ├╝ber 30 Prozent auf 163. Dabei habe es bislang in diesem Jahr besonders viele grosse Finanzierungsrunden gegeben, heisst es weiter.

Total wurden 13 Investments mit ├╝ber 50 Millionen Franken abgeschlossen und drei Startups erreichten in ihrer Bewertung gar die Milliarden-Dollar-Grenze. Dazu z├Ąhlen das Genfer Software-Unternehmen SonarSource, die auf die Filterung von CO2 aus der Umgebungsluft spezialisierte Climeworks und die Z├╝rcher IT-Firma Scandit.

Die Startup-Finanzierungen sind ├╝ber die Jahre stark gewachsen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2018 war in 82 Finanzierungsrunden insgesamt Risikokapital im Umfang von 456 Millionen Franken in Jungfirmen investiert worden.

In der Startup-Szene seien nun aber erste Anzeichen einer Abschw├Ąchung auszumachen, heisst es. Die Zahl der Akquisitionen habe zwar noch einen Rekord erreicht, der Trend lasse aber sp├╝rbar nach. Auch mache es den Anschein, dass Investoren vor allem in fr├╝hen Phasen der Finanzierung am l├Ąngeren Hebel s├Ąssen und h├Âhere Anteile an den Startups zum gleichen Preis erwerben.

In einer vom SECA durchgef├╝hrten Umfrage unter 80 Schweizer Risikokapitalinvestoren erwartete die Mehrheit denn auch einen R├╝ckgang beim gesamten investierten Kapital von bis zu 25 Prozent. Zudem rechnen sie allgemein mit einer Abnahme bei ├ťbernahmen und B├Ârseng├Ąngen.

Gleichwohl verf├╝gen Schweizer Investoren den Angaben zufolge nach wie vor ├╝ber gen├╝gend Mittel f├╝r weitere Investitionen. Zwei Drittel der befragten Investoren wollen in den kommenden drei Jahren n├Ąmlich mindestens 20 Millionen Franken in Schweizer Startups investieren, ein Drittel sogar mehr als 50 Millionen.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)