5 August 2021

Schweizer Olympia-Update

Beachvolleyball

Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré bangen um die Medaille. Die Schweizerinnen verlieren den Halbfinal gegen die Amerikanerinnen April Ross/Alexandra Klineman in nur 37 Minuten 12:21, 11:21.

Heidrich/VergĂ©-DĂ©prĂ© spielen in der Nacht auf Freitag um Bronze. Dabei treffen sie auf die Lettinnen Dina Graudina/Anastasija Kravcenoka, die als Nummern 23 der Welt ĂŒberraschend die Halbfinals erreicht hatten. Graudina/Kravcenoka erreichten zuletzt schon am Turnier in Gstaad die Halbfinals (4. Platz).

Im Halbfinal spielten die Amerikanerinnen, die sich als April (Ross) und Alix (Klineman) bezeichnen, Joana Heidrich und Anouk VergĂ©-DĂ©prĂ© regelrecht aus – wie zuvor schon all ihre anderen Gegnerinnen im Olympiaturnier. Ross/Klineman als Weltranglisten-FĂŒnfte, Silbermedaillengewinner der letzten WM und Siegerinnen in Gstaad vor zwei Jahren steigen in dieser Verfassung als klare Favoritinnen in den Olympia-Final vom Freitag.

Und die Schweizerinnen mĂŒssen vor dem Spiel um Bronze ĂŒber die BĂŒcher. Joana Heidrich und Anouk VergĂ©-DĂ©prĂ© stiegen als Weltnummern 4 und als stĂ€rkstes im Turnier verbliebenes Team als Favoritinnen in den Halbfinal. Auch statistisch befanden sie sich vor dem Halbfinal in der Pole-Position. Nur gelang wĂ€hrend der Blitz-Partie fast nichts. Sie gerieten in beiden SĂ€tzen umgehend klar in RĂŒckstand.

Heidrich: „Wir mĂŒssen nun sofort aufarbeiten, was genau falsch gelaufen ist.“ Nur 25 Stunden nach dem Halbfinal mĂŒssen die Schweizerinnen fĂŒr das Spiel um Bronze wieder bereit sein.

 

4×100-Meter-Staffel

Die Schweizer 4×100-m-Staffel stellt im Vorlauf in 42,05 Sekunden einen Schweizer Rekord auf und qualifiziert sich souverĂ€n fĂŒr den Final vom Freitag.

Riccarda Dietsche, Ajla Del Ponte, Mujinga Kambundji und Salomé Kora verbesserten den Schweizer Rekord von 2019, aufgestellt an der Weltmeisterschaft in Doha, um 13 Hundertstel. Die Schweizerinnen belegten im zweiten Vorlauf hinter Deutschland den 2. Platz.

Insbesondere die StabĂŒbergaben brachten die Schweizerinnen vorzĂŒglich hin, obwohl sie gemĂ€ss eigener EinschĂ€tzung bei den Wechseln nichts riskierten. Dennoch sprintete SchlusslĂ€uferin SalomĂ© Kora sogar um den Laufsieg. Am Ende hatten die Deutschen indes um fĂŒnf Hundertstel die Nase vorne.

Weniger gut lief es der Hochspringerin Salome Lang. Die 23-JĂ€hrige sammelte in Tokio primĂ€r Erfahrungen. Sie ĂŒbersprang 1,82 m und 1,86 m jeweils im ersten Versuch, scheiterte aber in der Qualifikation dreimal an der Höhe von 1,90. Mit einer ĂŒbersprungenen Höhe von 1,86 m schied sie als 23. aus.

In den letzten anderthalb Monaten gelangen Salomo Lang am Europacup in Cluj (1,96), an den Schweizer Meisterschaften in Langenthal (1,97) und am Diamond-League-Meeting in Stockholm (1,93) dreimal markant bessere WettkÀmpfe.

Die Berner OberlÀnderin Cynthia Reinle ist als ErsatzlÀuferin weiterhin Teil der Delegation.

 

Hochsprung

Die 23-jĂ€hrige Hochspringerin Salome Lang sammelte in Tokio primĂ€r Erfahrungen. Sie ĂŒbersprang 1,82 m und 1,86 m jeweils im ersten Versuch, scheiterte aber in der Qualifikation dreimal an der Höhe von 1,90. Mit einer ĂŒbersprungenen Höhe von 1,86 m schied sie als 23. aus.

In den letzten anderthalb Monaten gelangen Salomo Lang am Europacup in Cluj (1,96), an den Schweizer Meisterschaften in Langenthal (1,97) und am Diamond-League-Meeting in Stockholm (1,93) dreimal markant bessere WettkÀmpfe.

 

Ringen

Stefan Reichmuth musste seinen Traum von einer Olympia-Medaille in Tokio begraben. Der 26-jĂ€hrige Ringer aus Luzern unterlag in der Repechage dem fĂŒr Usbekistan antretenden Russen Jawrail Schapjew 2:5.

Nach frĂŒhem RĂŒckstand befand sich Reichmuth fast ĂŒber die kompletten sechs Minuten unter Zugzwang. FĂŒr ein letztes AufbĂ€umen fehlte ihm die Kraft. „Ich war durch. Der Körper war am Limit und ich konnte nicht mehr angreifen“, erklĂ€rte Reichmuth im SRF-Interview sichtlich enttĂ€uscht.

Als Sieger hĂ€tte Reichmuth am Donnerstagnachmittag zum Duell um Bronze gegen den dreifachen russischen Europameister Artur Naifonow antreten können. Nun will er den Blick schnellstmöglich auf die Olympischen Spiele 2024 richten: „Der Traum geht weiter. In drei Jahren ist Paris, dort hole ich die Medaille. Ich werde um Gold kĂ€mpfen, versprochen.“

Reichmuth wÀre der erste Schweizer Medaillengewinner an Olympischen Spielen im Ringen seit Hugo Dietsche 1984.

 

Klettern

Petra Klingler wird bei der Olympia-Premiere im Sportkletterin im Final vom Freitag nicht um die Medaillen klettern. Die 29-jĂ€hrige ZĂŒrcherin verpasst den Final der Top 8 mit 1400 Strafpunkten im 16. Rang deutlich.

Zwar begann der Qualifikationstag fĂŒr die Schweizerin im Speed-Klettern stark. In 8,42 Sekunden unterbot Klingler an der 15-Meter-Wand ihren eigenen Schweizer Rekord um mehr als einen Zehntel und rangierte nach der ersten von drei Teildisziplinen im 10. Rang. Nachdem der Boulder-Weltmeisterin von 2016 auch der Einstieg in ihre Paradedisziplin glĂŒckte, brach sie in der Folge ein.

Lediglich die erste von vier Boulder-Routen – hier mĂŒssen die Athletinnen vorgegebene Probleme an einer 4,5 m hohen Kletterwand lösen – brachte Klingler erfolgreich zu Ende. Bei der letzten Aufgabe schaffte sie es nicht einmal mehr bis zum ersten Zwischenziel, was ihr nach dem Speed-Klettern auch im Bouldern einen 10. Zwischenrang eintrug.

Bei der letzten Disziplin, dem Lead-Klettern, erreichte Klingler den 16. Griff, ehe sie ins Seil stĂŒrzte. Damit beendete sie die letzte Teildisziplin im 14. Rang. Im Gesamtklassement, die Strafpunkte aus den jeweiligen Klassierungen der Disziplinen werden multipliziert, fiel Klingler damit in den enttĂ€uschenden 16. Schlussrang zurĂŒck.

(text:sda&ye/bild:sda)