5 M├Ąrz 2022

Schweizer Radio und Fernsehen SRF zieht sich aus Russland zur├╝ck

Das Deutschschweizer Radio und Fernsehen SRF und auch die italienischsprachige RSI ziehen sich aus Russland zur├╝ck. Alle Korrespondentinnen und Korrespondenten sind ausser Landes, wie es am Samstag hiess. Grund ist ein einschneidendes neues Mediengesetz.

Dieses Mediengesetz war am Freitagabend angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine vom Parlament in Moskau erlassen und von Pr├Ąsident Wladimir Putin unterzeichnet worden. Bis zu 15 Jahre Haft drohen neu f├╝r die Verbreitung von angeblichen “Falschinformationen” ├╝ber die russischen Streitkr├Ąfte. Strafen drohen auch jenen, die ├Âffentlich die Armee “verunglimpfen”.

“Aufgrund der einengenden Bedingungen f├╝r Korrespondentinnen und Korrespondenten und der ihnen drohenden Konsequenzen hat SRF aktuell keine Mitarbeitenden mehr vor Ort in Russland. Die Situation wird aber laufend neu beurteilt”, teilte SRF auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag mit. Zuvor hatte das Online-Portal von “20 Minuten” dar├╝ber berichtet.

Das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS war schon vorher nicht mehr permanent in der russischen Hauptstadt vertreten, wie es aus Genf auf Anfrage hiess. Radiotelevisione Svizzera RSI hatte am Samstagabend den Abzug ihres Personals aus Moskau gegen├╝ber Keystone-SDA ebenfalls bekannt gegeben.

Am Samstag hatten zuvor die deutschen ├Âffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mitgeteilt, dass sie die Berichterstattung aus ihren Moskauer Studios ausgesetzt h├Ątten. Die britische BBC und der US-Nachrichtensender CNN hatten diesen Schritt bereits bekannt gegeben.

Der russische Pr├Ąsident Putin, der am Donnerstag vergangener Woche das Nachbarland Ukraine milit├Ąrisch ├╝berfallen liess, hatte am Freitagabend mehrere Gesetze zur weiteren Einschr├Ąnkung der freien Meinungs├Ąusserung in Russland unterzeichnet.

(text&bild:sda)