29 MĂ€rz 2021

Schweizer Nationalmannschaft mĂŒht sich zu einem Pflichtsieg

Die Schweiz hat in der WM-Qualifikation die zweite Pflichtaufgabe mit dem Minimum erfĂŒllt. In St. Gallen schlĂ€gt sie den Aussenseiter Litauen 1:0. Das Tor schoss Xherdan Shaqiri in der 2. Minute.

Das Resultat des Duells mit dem auf dem Papier klar schwĂ€chsten Gegner der Qualifikationsgruppe war enttĂ€uschend knapp. Doch das 1:0 reichte immerhin, damit die Schweizer in der WM-Ausscheidung fĂŒrs Erste auf Kurs sind. Zusammen mit Favorit Italien liegen sie mit sechs Punkten aus zwei Spielen in FĂŒhrung. Allerdings verpassten es die Schweizer wie schon am Donnerstag gegen Bulgarien, etwas fĂŒr das TorverhĂ€ltnis zu tun. In dieser sekundĂ€ren Sparte liegen sie gegen die Italiener um ein Tor im Hintertreffen.

Aber eben: Die Schweizer gehen im September und nach der EM-Endrunde mit dem Punktemaximum ins nÀchste Spiel der WM-Qualifikation. Dannzumal erwartet sie keine Pflichtaufgabe und kein inferiorer Gegner mehr: Sie spielt dann zuhause gegen Italien.

Den ersten Aufreger hatte der Abend schon vor dem Spiel. Wenige Minuten vor dem Anpfiff erkannte der finnische Schiedsrichter, dass eines der Tore zu hoch war. Wie der SFV spĂ€ter bekannt gab, habe sich die Latte auf der rechten Seite wĂ€hrend des Einspielens, wie auch immer, um rund zehn Zentimeter erhöht. Es wurde nachgemessen, gezogen, gestossen – doch schliesslich musste das Tor ausgewechselt werden. Das Spiel konnte letztlich erst mit 18 Minuten Verzögerung beginnen.

Der Tor-Klamauk sorgte fĂŒr KopfschĂŒtteln, Schmunzeln und leichte Verwirrung. Doch er brachte das Schweizer Team offensichtlich nicht aus dem Konzept. Die SFV-Auswahl liess an diesem Abend im Spiel keine Verzögerung zu; sie fĂŒhrte schon nach 85 Sekunden 1:0. Dem Litauer Martynas Dapkus unterlief vor dem eigenen Strafraum ein fĂŒrchterlicher Fehlpass, Breel Embolo passte steil zu Xherdan Shaqiri, und der Liverpool-Professional war mit seinem schwĂ€cheren, rechten Fuss mit einem Flachschuss in die weite Ecke erfolgreich.

Es war also wie drei Tage zuvor in Bulgarien der Schweizer Auftakt nach Mass, nur ohne die gleich zwingende Fortsetzung wie in Sofia. Klar, die Schweizer blieben dominant, sie liefen nie Gefahr, das Spiel aus der Hand zu geben. Sie erspielten sich auch Chancen, aber es fehlte gegen den limitierten Gegner doch einiges an Verve, um die FĂŒhrung in eine Höhe zu bringen, welche den Unterschied zwischen den beiden Teams auch auf dem Scoreboard ins richtige VerhĂ€ltnis rĂŒckte.

Ja, die Schweizer mussten sogar einen Schreckmoment erleben, als die GÀste unmittelbar nach der Pause nach einem Corner den Ausgleich nur um Haaresbreite verpassten. Es blieb eine der seltenen Episoden im Schweizer Strafraum. Weiterhin spielte sich nÀmlich das Geschehen in der PlatzhÀlfte der Litauer ab. Und so arbeiteten sich die Schweizer im Prinzip 90 Minuten lang an einem Gegner ab, der seinen Beitrag zu einem zumindest ansatzweise offenen Spiel nicht leisten wollte und konnte.

Litauen, im FIFA-Ranking nur die Nummer 129, war aber immerhin ein Gegner, der nach einer passiven Startphase in der Defensive zupackte und es verstand, die RĂ€ume vor dem eigenen Strafraum zu schliessen. Den Schweizern ist vorzuwerfen, dass sie in der gegnerischen Zone ungewöhnlich viele einfache Fehler begingen. Das fing bei den schwachen stehenden BĂ€llen an, ging ĂŒber die zu komplizierten Laufwege der StĂŒrmer und endete bei den unprĂ€zisen letzten PĂ€ssen.

So blieben am Ende statistische Werte wie 64 Prozent Ballbesitz, 21 TorschĂŒsse und 14 Corner ein Muster mit geringem Wert. Weil in der Schlussphase Steven Zuber nur den Pfosten traf, und Denis Zakaria zum Beispiel am fast leeren Tor vorbeischoss, blieb es tatsĂ€chlich beim mageren 1:0.

Matchtelegramm: Schweiz – Litauen 1:0 (1:0)

Kybunpark, St. Gallen. – Keine Zuschauer. – SR Gestranius (FIN). – Tor: 2. Shaqiri (Embolo) 1:0.

Schweiz: Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Widmer (65. Fernandes), Freuler (66. Zakaria), Xhaka, Vargas (79. Zuber); Shaqiri (80. Mehmedi); Embolo (65. Gavranovic), Seferovic.

Litauen: Svedkauskas; Mikoliunas, Gaspuitis, Beneta, Vaitkunas; Simkus; Novikovas, Dapkus, Slivka (75. Eliosius), Lasickas (58. Laukzemis); Cernych (81. Petravicius).

Bemerkungen: Schweiz ohne SchÀr, Steffen und Omeragic (alle verletzt). 9. Kopfball von Akanji an den Pfosten. 84. Pfostenschuss Zuber. Verwarnung: 42. Cernych (Unsportlichkeit).

(text:sda&ye/bild:pixabay)